Formtest in Polheim

Nach einigen Wochenenden ohne Wettkampf ging es bei schon frühlingshaften Bedingungen für Jakob und Clemens Möller sowie Laurenz Steiß bei der Winterlaufserie in Polheim   über 5km um eine erste Standortbestimmung für die anstehende Straßenlaufsaison.

Auf der leider nicht ganz 5km langen Strecke, die einige Höhenmeter aufweist, konnte Clemens vor vier Wochen noch den Sieg nach Hause laufen. Dass das dieses Mal deutlich schwieriger werden würde, stand für ihn schon vor dem Start fest: „Ich bin erst seit einer Woche wieder im Training, davor war ich eine Woche krank, sodass ich nicht ganz so fit bin…“ drosselte er die Erwartungen.  Ganz anders die Ausgangssituation bei Jakob: Seit einigen Wochen ist er fit und konnte das Training wie geplant umsetzen. Der eher kurzfristige Start sorgte allerdings für schwere Beine: „Ich habe diese Woche schon zweimal Tempotraining gemacht, die Beine sind nicht wirklich locker, das gibt hier heute in jedem Fall ein hartes Stück Arbeit“, gab er vor dem Rennen zu Protokoll.

Als es dann losging, waren aber alle Sorgen und Bedenken vergessen: Clemens fand sich direkt in einer dreiköpfigen Spitzengruppe wieder, Jakob dicht dahinter ebenfalls in einer kleinen Gruppe. Laurenz, einer der wohl jüngsten Starter im Feld, sortierte sich im Mittelfeld ein. Nach etwa 1,5km musste Clemens allerdings erkennen, dass er dem Tempo seiner beiden Kontrahenten nicht gewachsen war und ließ die beiden laufen. Jakob hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Windschatten eines Mitläufers, dem er bis Kilometer 3 an den Fersen hing. Dort musste er nach einem kleinen Hügel allerdings dem Tempo Tribut zollen und verlor den Anschluss.

Clemens wurde im Anschluss noch vom dritten Platz verdrängt und hatte schon etwa 15m Rückstand auf den Drittplatzierten, der sich seiner Platzierung wohl schon sicher war. So konnte er Clemens‘ Endspurt auf den letzten 200m, die es noch einmal bergauf geht, nichts entgegensetzen, sodass Clemens nach 17:09min 3. wurde. Jakob benötigte lediglich 14sec mehr und wurde 5. Laurenz, der lange Zeit mit einer Läuferin aus Dillenburg zusammenlief, absolvierte die Strecke in 22:20min und wurde damit insgesamt 14. Damit war er fast auf die Sekunde genauso schnell wir vor einigen Monaten auf der gleichen Strecke. Angesichts der Tatsache, dass auch er in den letzten Wochen von der Grippewelle betroffen war, ist diese Zeit mehr als zufriedenstellend.

Die individuell guten Ergebnisse aller drei VfLer lassen in den nächsten Monaten die eine oder andere Bestzeit in Reichweite erscheinen!

Deutsche Hochschulmeisterschaften und Süddeutsche Meisterschaften

Die Hallensaison der Leichtathleten ist in vollem Gange. Auch die Studenten ermitteln jedes Jahr die Besten unter dem Hallendach, dieses Jahr in Frankfurt. Mit dabei auch fünf VfLer für die Uni Marburg: Johanna Sommerkorn, Julia Altrup, Thorsten Herrig, Alexander Stöhr und Isabelle Godefridi in der Staffel.

Für Johanna war es wie auch für alle anderen VfLer die erste Teilnahme an einer DHM in der Halle. Entsprechend groß war die Nervosität:  “Nachdem ich in meiner Aufregung die schwierige Aufgabe bewältigt hatte, den Startblock zu finden, verlief der Start dann reibungslos.” Für die eine Runde benötigte sie 29,34sec und belegte damit den 17. Platz. Für sie war es ein schönes Erlebnis und hoffentlich der Auftakt zu weiteren Laufwettkämpfen.

Julia (links) bei der Siegerehrung

Julia ging mit deutlich größeren Ambitionen an den Start – nachdem sie in diesem Jahr bereits nahe an ihre Bestzeit über 1500m heranlaufen konnte, standen jetzt die 800m auf dem Programm. Als 5. der Meldeliste ging sie offensiv in das Rennen und setzte sich nach der ersten Runde in einer Dreiergruppe nach vorne ab. Die letzte Runde beschrieb sie nach dem Rennen so: “Etwa eine Runde vor Schluss hab ich dann angezogen und die Zweite überholt und bin im Schlusssprint noch ziemlich nah an die Erste ran gekommen, aber da sie mitgegangen ist, konnte ich sie nicht mehr einholen und war am Ende genau 0,1 sek hinter ihr. Ärgerlich natürlich, aber trotzdem ca. 2 sek unter der Bestzeit. Von daher bin ich super zufrieden!” Die neue Bestzeit von 2:14,24min bedeutet dann auch den Viezemeistertitel.

 

Für Alexander ging es lediglich um eine gute Zeit, nach den Zeiten der Meldeliste zu urteilen, war der letzte Platz so oder so vorprogrammiert. Nachdem er in der ersten Runde noch Anschluss an das Feld hielt und damit zu schnell anging, wurden die letzten Runden ziemlich schmerzhaft. Trotzdem konnte er auf den letzten Metern noch einmal anziehen und erreichte mit 2:28,75min wie auch schon vor einigen Wochen in Stadtallendorf die anvisierte Zeit unter 2:30min. Die Mittelstrecke sieht er als interessante und hochintensive Abwechslung, von der er auch bei den anstehenden Bergläufen profitieren will, bei denen er sich dann doch ein bisschen wohler fühlt.

Für die 3000 m waren zwei Zeitläufe angesetzt, im langsameren der beiden durfte Thorsten Herrig auf der Außenbahn starten. Nach etwas Verwirrung beim Start, was denn jetzt die wirkliche Startlinie ist, setzte er sich sofort an die zweite Position, um bald darauf die Führung zu übernehmen. Liefen die ersten Runden noch wie geschmiert, kippte dieses Gefühl nach etwas mehr als einem Kilometer. Dank der Anfeuerungen des Teams konnte Thorsten das Tempo dennoch ins Ziel bringen und musste sich lediglich einem Läufer geschlagen geben. Da der zweite Lauf besser besetzt war, wurde er mit 9:25 Min schließlich 9. Seine Bilanz: “Als 29-jähriger Bahn-Debütant und damit ältester Starter bin ich durchaus zufrieden und dankbar für diese neue Erfahrung.”

Isabelle war mit der Staffel am Start. Die extrem selten absolvierte Strecke von 200m-400m-200m absolvierte die Staffel in 2:00,71min und belegte damit den dritten Platz.

Nur drei Tage später fand in derselben Halle in Frankfurt-Kalbach bereits das nächste Event statt: die Süddeutschen Meisterschaften. Mittendrin die VfLerin Lena Ritzel im 3000m Rennen.

Nach den zuvor sehr erfolgreichen Rennen in der Halle wollte sie noch einmal ihre 3000m Bestzeit (10:24min), die sie zwei Wochen zuvor bei den Hessischen Meisterschaften aufstellte, angreifen. Darum ging es Samstagmittag nach Frankfurt.  In einem äußerst gut besetzten Rennen ging es sofort zur Sache und ein sehr schnelles Tempo wurde angeschlagen. Wohl wissend, dass dieses Tempo viel zu schnell für sie ist, lief Lena mit einigem Abstand hinter der Führungsgruppe ihr Tempo. Völlig auf sich allein gestellt absolvierte Lena den ersten Kilometer trotzdem noch in für sie schnellen

Lena beim 3000m-Rennen

3:25min. Nach etwa der Hälfte der Distanz wurden die Beine aber immer schwerer und schwerer und Lena wurde zusehends langsamer. Einige Läuferinnen wurden dies zwar ebenfalls, doch Lena hatte keine Kraft noch eine Läuferin einzuholen. Den letzten Kilometer kämpfte sie noch einmal und beendete den Lauf als 6. in 10:38,56min. Neue Süddeutsche Meisterin in diesem Rennen wurde Nada Ina Pauer in herausragenden 9:28,71min. Nach dem Rennen sagte Lena: „ Es war echt hart heute!! Natürlich bin ich mit dem Rennen und der Zeit nicht zufrieden aber nach den guten  Ergebnissen der letzten Rennen ist es jetzt auch nicht so schlimm und ich kann es jetzt leichter abhaken. Es kann ja nicht immer nur gut laufen bzw. Bestzeit geben.  So Tage wie heute, an denen es nicht läuft, gehören eben auch dazu!!“. Somit hakte Lena diesen Wettkampf ab und schaut nun nach vorn zu den nächsten Wettkämpfen.

In den nächsten Wochen stehen dann noch einige Rennen in der Halle und die beiden großen Crossmeisterschaften, Hessische am 19.2 in Trebur und Deutsche am 11.2 in Löningen, an, bei denen vor allem Lena und Julia nochmal angreifen wollen.

Änderungen im Trainerteam

Mit dem neuen Jahr haben sich im Trainerteam einige Änderungen ergeben:

  • Arne verlässt uns leider berufsbedingt in Richtung Nordhessen. Wir danken ihm ganz herzlich für seine Arbeit der letzten Jahre. Gerade die stetig wachsende Laufgruppe würde ohne ihn so wohl nicht existieren! Arne wird die Läufer dennoch weiterhin unterstützen: Zum einen in Form von Trainingsplänen, zum anderen auch zur Betreuung bei Wettkämpfen.
  • Clemens, der schon seit einiger Zeit den Lauftreff betreut, hat die Schülergruppe von Arne übernommen
  • Zu Clemens Unterstützung konnte Johanna Rasche gewonnen werden
  • Wir freuen uns, dass Conny wieder in die Betreuung der Kindergruppe einsteigt. Sie unterstützt Moritz einmal die Woche.
  • Das Dienstags-Lauftraining wird weiterhin stattfinden, entweder in Eigenregie der Athleten oder unter der Anleitung von Clemens.

Ein Tag – Drei Läufe – Fünf zufriedene VfLer

Am zweiten Wochenende im neuen Jahr ging es für die Läufer mit den ersten Wettkämpfen des Jahres los: Fünf Athleten waren bei drei verschiedenen Veranstaltungen in Hessen und NRW am Start.

In Essen war Jakob Möller beim ersten Lauf der „Westdeutschen Waldlaufserie“ am Start. Nach dem Silvesterlauf vor zwei Wochen konnte er gut trainieren, auf der 9,7km langen Strecke wollte er also deutlich schneller laufen als in Gießen.
Pünktlich zum Start setzte heftiger Schneefall ein, der die Sicht einschränkte und die anfangs sehr gut zu belaufende Runde an einigen Stellen rutschig werden ließ. Jakob ließ sich davon nicht beirren und setzte sich vom Start weg in einer Vierergruppe fest. Auf der hügeligen Runde – eine knapp zwei Kilometer lange profilierte Runde war fünfmal zu durchlaufen – fühlte er sich gut und trat nach etwa 3km die Flucht nach vorne an. Ab diesem Zeitpunkt war es für ihn ein einsames Rennen: nach vorne war der Abstand zu groß und von hinten kam auch niemand mehr, sodass er trotz der 100 Höhenmeter die Runden gleichmäßig absolvierte und das Ziel nach 36:55min als 8. Im Gesamtfeld und 2. der Hauptklasse erreichte: „Ich bin sehr zufrieden: Die Beine haben sich gut angefühlt, ich konnte die Berge deutlich besser laufen als noch vor zwei Wochen, das stimmt optimistisch angesichts der in den nächsten Monaten anstehenden Wettkämpfen.“

Polheim
Clemens, Thorsten und Klemen (v.l.)

Beim zweiten Lauf der Limes-Winterlaufserie in Pohlheim waren drei VfLer am Start. Als Erster startete Thorsten Herrig auf die 15-Kilometer-Strecke. Nach längerer Pause wollte er erstmal wieder gut durchkommen. Die ersten Kilometer lief er in der Führungsgruppe mit und machte dort Tempo bis diese zerfiel und er sich an dritter Position einreihte. So lief er die verbleibenden zwölf Kilometer alleine und konnte diesen Platz verteidigen, wobei er mit dem Rennen insgesamt sehr zufrieden war.

Polheim
Thorsten auf der 15km-Strecke

Danach starteten Clemens Möller und Klemens Weigl, der sich spontan für die kürzere Strecke entschied, über 5 Kilometer. Clemens lief von Anfang an vorne mit, schonte sich lange im Windschatten, da der Wind teilweise heftig blies. Ab Kilometer Zwei lief er so zusammen mit Tom Weber (Triathlon Wetterau), den er mit einem Antritt bei Kilometer Vier abschütteln konnte und so den Lauf gewann.

Klemens startete verhaltener, musste so lange alleine gegen den Wind laufen, konnte aber immer wieder andere Läufer überholen. Kurz vor dem Ziel konnte er das Tempo nochmal verschärfen und so einen vor ihm laufenden Konkurrenten einholen und erzielte so den fünften Platz.

 

In der August-Schärttner Halle in Hanau fanden die Hessischen Leichtathletik Titelkämpfe der U20 und U16 statt. Unter den insgesamt  539 gemeldeten Athleten aus 125 Vereinen befand sich auch eine VfLerin, die für die 1500m gemeldet hatte.  Nach erfolgreich absolviertem Trainingslager in Paderborn wollte Lena Ritzel, als Dritte der Meldeliste, ihre Bestzeit aus dem letzten Jahr angreifen. Somit ging es betreut von Trainer Arnfried Samstagmorgen nach Hanau.

Hanau
Lena mit Trainer Arne

Um 12:10h erfolgte der Start des Rennens der weiblichen Jugend U20. Lena positionierte sich lange an vierter Position und hielt sich zurück. Nach absolvierten 1000m in 3:11min griff sie an und konnte die Zweite und Dritte überholen und sich von diesen lösen. So ging es auf die letzten 300m, in denen Lena der Führenden Schritt für Schritt näherkam. Am Ende überquerte sie mit gerade einmal 0,9sec Rückstand als Zweite in 4:46,30min die Ziellinie. Im Ziel sagte sie: „Das hat meine Erwartungen weit übertroffen, ich bin einfach nur mega happy. Und dass ich nicht Erste geworden bin, ist zwar schade aber ist mir bei der Zeit soooo egal!!“ Somit hatte sich das Trainingslager voll ausgezahlt und Lena konnte ihre Hallenbestzeit um 8 Sekunden, ihre Bestleistung draußen um 3Sekunden verbessern und die DM-Quali für die Jugend-Hallen-DM um 9 Sekunden unterbieten (wobei aber noch überhaupt nicht feststeht ob sie dort überhaupt starten wird).

Nach diesem für alle VfLer gelungenen Einstieg ins neue Jahr darf man gespannt sein, was die Athleten unterstützt von Trainer Arne dieses Jahr noch erreichen können!