Bestzeiten zum Saisonende

35:35 und 37:37 – das waren die Marken beim Mainuferlauf in Offenbach, die bei Clemens Möller und Lena Ritzel über einen gelungenen Sonntagvormittag entscheiden sollten. Diese Zeiten haben die beiden als Bestzeiten über 10km stehen. Offenbach erwies sich für die VfLer schon im vergangenen Jahr als schnelles Pflaster. Die topfebene Strecke entlang des Mains und die frühe Startzeit bieten perfekte Bedingungen für starke Zeiten.

                                                                             Folgerichtig liefen beide auf Bestzeitenkurs an: Clemens entschied sich sogar dafür, etwas langsamer anzugehen und hoffte auf ein schnelleres Ende. Nach 5km in 17:43min lag er genau auf Kurs und konnte zuversichtlich auf die zweite Hälfte gehen. Lena lief optimistischer an und hatte bei Streckenhälfte mit 18:25min bereits einen kleinen Puffer erlaufen, sodass auch bei ihr noch alles möglich war. Bei Kilometer 7 kam dann aber ein kleines Tief: Plötzlich 10sec langsamer wurde es noch einmal spannend. An diesem Punkt entscheidet sich, ob es in Richtung Bestzeit geht oder ob der Lauf am Ende unter „ferner liefen…“ angehakt werden muss. Dieses Mal zeigte Lena ihr Kämpferherz und konnte noch einmal beschleunigen. Clemens ging es ebenso: Auf einem ganz leichten Bergabstück beschleunigte er und konnte das Tempo in die Ebene und auf die verbleibenden Kilometer mitnehmen. Im Ziel standen dann zwei neue Bestzeiten von 35:17 und 37:10 zu Buche. Wenig überraschends waren beide überglücklich und können mit diesen Zeiten die Straßenlaufsaison beenden und freuen sich jetzt auf das genaue Gegenteil – matschige Crossstrecken, auf denen es nicht um Zeiten, sondern nur um ein gutes Laufgefühl und die Platzierung geht.

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Drei Läufe mit vier VfLern in einer Woche

Am Samstag war Alexander beim Schelder Berglauf am Start. Die Strecke ist mit 7 km und 360 hm ziemlich knackig. Vor allem die erste Passage, in der auf 1,7 km bereits 165 hm  überwunden werden, hat es in sich. Diese Passage verläuft zum Teil auf einem Singletrail, weshalb die Läufer einzeln im 15-Sekunden-Abstand starteten. Da Alexander das erste Mal dabei war, lief er eher vorsichtig, zumal vor dem Ziel noch eine längere Steigung wartete. Trotzdem war er mit seiner Zeit von 40:41min und der Platzierung im oberen Mittelfeld nicht ganz zufrieden.

PaulaWetterBeim Bahnlauf in Wetter auf der neuen, noch ganz weichen Laufbahn bestritt Paula am Mittwoch das letzte Bahnrennen dieser Saison. Über 800m war das Ziel eine neue Bestzeit. Schon direkt nach dem Start war klar, dass das schwierig werden würde: Ein Läufer preschte vorweg, dahinter war Paula auf sich allein gestellt. Die Zwischenzeit bei 400 passte noch, auch auf der folgenden halben Runde hielt sie das Tempo aufrecht. Dann wurden die Beine jedoch schwer und die Schritte langsamer. So verlor sie noch einige Sekunden und kam nach 2:44,1 Minuten ins Ziel, was ein ganz knappes Verfehlen der Bestzeit bedeutete.

 

Im Dörfchen Hommertshausen im Hinterland waren Arnfried vom Hofe und Thorsten Herrig am Start. Für beide stand vor allem im Vordergrund wieder Wettkampferfahrung zu sammeln, für Arne nach längerer Paus, für Thorsten nach einigen wegen Magenproblemen abgebrochener Wettkämpfe.

HommertshausenSomit war der Plan, zusammen die erste Hälfte der 7km-Runde zu bewältigen und dann zu schauen, was noch möglich ist. Auf den ersten Kilometern lief Thorsten dann auch gößtenteils wie vorgegeben hinter Trainer Arne her, vor den beiden schlugen zwei andere Läufer auf der hügligen Strecke ein Höllentempo an. Schnell war aber klar, dass sie das Anfangstempo nicht würden halten können. Anders Arne und Thorsten, die nach Streckenhälfte auf die beiden ersten Ränge vorlaufen konnten. Dann zeigte sich, dass Thorsten in den vergangenen Monaten besser trainiert hat als Arne: er setzte sich Meter für Meter von Arne ab und entschied den Lauf mit einer Zeit von 24:45min deutlich für sich. Dahinter wurde Arne mit 55sec Rückstand Zweiter: „Natürlich bin ich nicht auf dem Stad von 2013, damals war ich hier 35sec schneller. Ich gehe das Ganze jetzt ein bisschen entspannter an – von daher war es eine nette Veranstaltung!“ Thorsten war ebenso zufrieden, vor allem angesichts der Tatsache, dass er seit Monaten endlich mal wieder einen Wettkampf zu Ende laufen konnte.

Bilder aus Hommertshausen gibt es bei flickr.

Rhädenlauf Obersuhl | Hessische Polizeimeisterschaften Waldlauf

Beim Rhädenlauf in Obersuhl/Wildeck trotzten fast 90 Teilnehmer dem wechselhaften Oktoberwetter, das sich zur Hälfte bei den 10 Kilometer nass und ungemütlich präsentierte.  Zu absolvieren war eine abwechslungsreiche Rundstrecke, auf der es teilweise bergauf und bergab ging, die aber dennoch gut zu belaufen war. Trotzdem kostete die Strecke rund um das Naturschutzgebiet Rhäden im hessisch-thüringischen Grenzgebiet einiges an Kraft.

 Vom Start weg sah man an der Spitze Arnfried vom Hofe und Lukas Gießler (TV Obersuhl) das große Feld anführen, bis Arne nach knapp 3km in verschiedenen Richtungswechseln das Tempo forcierte, und sich entscheidend von Lukas Gießler absetzen und mit gut 4 Minuten Vorsprung in 36:20 Minuten gewann. Mit am Start war auch ein Athlet von Arne vom SSC Bad-Sooden Allendorf, Benedikt Schenke. Das Ziel lautete, beim ersten Wettkampf die 45 Minuten Marke zu knacken. Nach forschem Angang musste er ein wenig Tempo rausnehmen, konnte dann aber auf den letzten Kilometern noch mal Gas geben. Das Ziel vor Augen schaffte er die 10km in 44:45 Minuten und blieb damit deutlich unter der angestrebten Vorgabe. Ebenfalls konnte das Zweiergespann auf die großartige Unterstützung von Betreuerin Eva bauen, die an vielen Stellen an der Strecke immer wieder zu sehen und vor allem zu hören war. Das motivierte immer wieder, sodass das Tempo hochgehalten werden konnte.

 

Bei den hessischen Polizeimeisterschaften im Waldlauf in Mühlheim am Main war vom VfL Chris Nacke am Start. Zunächst sah es nach einem regnerischen und kalten Lauf aus, aber pünktlich zum Aufwärmen hörte es auf zu regnen und und die Läufer konnten im Trockenen auf die Strecke gehen. Die Mittelstrecke ging über 5,3km auf flachen, aber rutschigen Wegen durch den Offenbacher Stadtwald. Chris, der sonst nur auf den Sprintstrecken unterwegs ist und den Lauf ohne Vorbereitung bestritt, landete mit 21:14 Minuten im Mittelfeld und zeigte sich damit zufrieden. Der Sieger erreichte das Ziel nach 16:51 Minuten.

 

Berglauf Eschenburg und Volkslauf Treis

Am 3. Oktober findet schon seit 26 Jahren der Volkslauf in Treis an der Lumda statt. Über 5km, 10km, den Halbmarathon sowie auf verschiedenen Wanderstrecken sind über 500 Starter unterwegs. Bekannt ist der Lauf nicht zuletzt für sein legendäres Kuchenbuffet, das auch dieses Jahr wieder die Erwartungen übertreffen konnte. Die Erwartungen der VfLer am Start waren nicht so groß: Als Vorbereitung für den in knapp zwei Wochen anstehenden Mainuferlauf in Offenbach waren Jakob und Clemens Möller sowie Lena Ritzel über 10km am Start. Im Schülerlauf über 1,2km wollte Jan sich mit der Konkurrenz messen.

Clemens durfte im Vorfeld durchaus als Mitfavorit gehandelt werden – vom Start weg setzte er sich in einer vierköpfigen Spitzengruppe fest. Dahinter ließen Jakob und Lena es ruhig angehen. Wie vom Coach vorgegeben liefen sie die ersten Kilometer in einer Pace von etwas über 4min/km, sodass sie die Hälfte der Strecke nach 20:15min erreichten. Clemens hatte den Kontakt nach vorne zu diesem Zeitpunkt leider schon verloren, sodass er zusammen mit Paul Göhring auf die zweite Streckenhälfte gehen musste. Die beiden lagen auf Platz drei und vier, dass es nicht nach ganz vorne gehen würde, war zu diesem Zeitpunkt bereits klar. Als Clemens dann auch Paul noch ziehen lassen musste, kämpfte er mit sich selber und der nicht ganz einfachen Strecke und erreichte das Ziel als Vierter nach 37:16min. Zufrieden war er damit nicht, dennoch ist er zuversichtlich, dass es in Offenbach zu einer neuen Bestzeit reichen wird: „Die Beine waren von den letzten Tagen müde, ein bisschen erkältet bin ich auch. Die Form für eine Zeit im Bereich von 35:20min ist eigentlich da. Jetzt muss ich mich bis Offenbach einfach nochmal ordentlich erholen, dann kann ich richtig angreifen.“

Besser erging es Jakob und Lena: Sie konnten das Tempo wie geplant auf der zweiten Hälfte steigern und etwa bis zum Wendepunkt gemeinsame Sache machen. Danach erhöhte Jakob das Tempo nochmal ein wenig, sodass beide auf sich alleine gestellt die verbleibende Strecke entlang der Lumda absolvieren mussten. Jakob konnte dabei Meter für Meter auf einen vor ihm liegenden Läufer gut machen und erreichte das Ziel somit als sechster nach 39:40min. Auf Platz acht im Gesamteinlauf und als erste Frau erreichte Lena das Ziel. Wie schon so oft verfehlte sie dabei die 40min-Marke um nur wenige Sekunden. Dennoch können beide den Lauf als gutes Training für Offenbach verbuchen und optimistisch in die verbleibende Vorbereitung gehen.

Lena bei der Siegerehrung

Im Schülerlauf war Jan am Start. Der Elfjährige, der gerade in die fünfte Klasse gekommen ist und bereits bei einigen Läufen am Start war, zeigte dabei wieder einmal, dass Laufen durchaus zu seinen Stärken gezählt werden kann und erreichte das Ziel als Dritter seiner Altersklasse nach 4:53min.

Bereits am 23.9. war Alexander Stöhr beim Eschenburg-Berglauf am Start. Dieser Lauf, der kein festes Datum im Laufkalender hat und entweder im Frühling oder im Spätsommer stattfindet, führt von Eiershausen auf 5 km über Teer- und Waldwege auf den 589m hohen Eschenburg. Leider lief es für Alexander nicht ganz rund. Schon vor dem Start stellte er fest, dass er sein Trikot vergessen hatte, sodass er in einem alten, ausgeleierten T-Shirt laufen musste. Zudem waren die Bedingungen mit schwül-warmen Temperaturen nicht optimal. So blieb er mit 25:59,3 min über eine Minute hinter seiner Bestzeit zurück. Trotzdem sorgte die schöne Strecke auch dieses Jahr wieder für ein schönes Lauferlebnis

Kasselmarathon- Debüt mit allem, was einen Marathon ausmacht

Tobias Roth nahm am ersten Oktober beim Kasselmarathon zum ersten Mal die Marathonstrecke in Angriff:

“Das war er nun – mein erster Marathon. So viele Monate habe ich darauf hin gefiebert, unzählige Trainingskilometer runtergespult, mich und mein Umfeld belastet und dann ist es innerhalb von wenigen Stunden vorbei. Aber trotz dieser Tatsache hat es sich gelohnt und rückblickend würde ich es genau so wieder machen.

Und so schnell ging es dann doch wieder nicht. Ich habe noch nie im meinem Leben so sehr gelitten und bin gleichzeitig so stolz und glücklich gewesen. Der Lauf war ein Auf und Ab, geprägt von unterschiedlichsten Phasen, die ich mit mir und den vor mir liegenden Kilometern ausmachen musste.

Es begann zunächst gut. Ich fühlte mich fit und war mental bereit. Hinzu kam, dass das Wetter sich von der besten Seite zeigte. Es war also alles angerichtet und die ersten Kilometer fühlten sich fantastisch an. Ich genoss das Laufen und sog die Eindrücke auf. Die vorgegebene Pace von 4:02 – 4:05 war genau das, was meine Beine laufen wollten. Erste Probleme entstanden allerdings, als ich merkte, dass keine Gruppe dieses Tempo auf längere Dauer laufen wollte und so musste ich mich fügen und mich auf ein von Kilometer zu Kilometer wechselndes Tempo einlassen. Nicht ideal, aber meinen ersten Marathon komplett im Alleingang bewältigen, das wollte ich nun wirklich nicht. Und dann passierte genau das, was nicht passieren sollte. Bereits bei Kilometer 7-8 bekam ich Seitenstiche, die sich in richtige Magenkrämpfe steigerten und das bereits zu Beginn und ohne einen einzigen Schluck getrunken oder sonst irgend etwas zu mir genommen zu haben. Es schien, als wenn das Schicksal, welches mich in Wetzlar bei meinem 30km Vorbereitungslauf ereilt hatte und mich zwang, das Rennen zu Ende zu gehen, wieder einholen würde. Es ging so weit, dass ich bereits bei KM 10 ans Aufhören dachte. So hatte ich mir das wirklich nicht vorgestellt. Doch woher kamen diese Probleme? Hatte ich vielleicht einfach zu wenig in mir? Bin ich das Rennen mit zu wenigen Reserven angegangen? Ich klammerte mich an diesen Gedanken fest und griff meine linke Tasche, in der ich mein Notfall-Gel eingesteckt hatte. Voller Entsetzen stellte ich jedoch fest, dass ich dieses bereits verloren hatte und so hieß es kämpfen und bis zu der ersten, geplanten Ration bei KM 15 auszuhalten. Diese half mir dann tatsächlich und ich merkte bereits nach kurzer Zeit, wie neue Kraft in mir aufkam und sich Erleichterung in mir breit machte.

Die nächsten Kilometer liefen danach gut, jedoch merkte ich, dass die Krämpfe ihre Spuren hinterlassen hatten. Sobald es auch nur leicht bergab ging und meine Schritte härter auf den Asphalt knallten, spürte ich, dass meine Bauchmuskulatur angegriffen war und schmerzte. Hinzu kam, dass ich den Anschluss zu dem einzigen Läufer, der in etwa mein Tempo gehen wollte, verloren hatte. Zwischen uns lagen gut und gerne 50 – 100 Meter, die es nun zuzulaufen galt. Denn alleine laufen war nach wie vor die schlechteste Option. Daher war ich um so erleichterter, als mir dieses Vorhaben bereits vor KM 20 gelang und ich nun ein paar Meter im Windschatten laufen konnte. Denn diesen konnte man heute in manchen Passagen der Strecke deutlich spüren. Die Halbmarathon-Marke erreichte ich planmäßig bei 1:26:46 und mein körperlicher Zustand war zu diesem Zeitpunkt so gut wie nach dem Start nicht mehr. Die regelmäßigen Verpflegungen, die mir durch meine Vereinskollegen alle 5km gereicht wurden, stimmten meinen Magen zusätzlich zufrieden. Die Zeichen standen also gut und auch mein Trainer, der mich über weite Teile der Strecke begleitete und mir Tipps gab, war zufrieden und zuversichtlich. Hier war heute wieder was möglich.

Dann zeigte sich jedoch ab KM 27, dass der Marathon seine eigenen Gesetze hat und die Keule traf mich zum ersten Mal leicht. Das Streckenprofil veränderte sich zu diesem Zeitpunkt deutlich – ab jetzt standen Höhenmeter an. Zwar keine extremen Höhenmeter, aber genau bei einem empfindlichen Teil der Strecke. Ich drosselte mein Tempo um ca. 20 Sekunden pro Kilometer, um nicht zu früh im Rennen mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Immerhin lagen noch 15km vor mir. Zu viel, um komplett auf dem Zahnfleisch zu laufen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass die Wunsch-Zielzeit von 2:53:00 nur noch sehr schwer zu erreichen sein würde, zumal ich logischerweise meinen Wegbegleiter wieder einmal ziehen lassen musste. Also hieß es ab jetzt: Alleine laufen. Die Strecke, die Zeit und ich – 15km lang. Trotz alledem hatte ich mir ein Mindestziel mit ins Rennen genommen. Die 3-Stunden Marke sollte definitiv geknackt werden. Und so kämpfte ich ab jetzt für dieses Ziel und war fest entschlossen, es auch zu erreichen. Noch hatte ich Puffer, noch hatte ich Kraft. Die hügelige Phase des Marathons erstreckte sich bis ca. KM 36 und es schien, als wenn mir genau am “Gipfel” irgendjemand den Stecker gezogen hätte. Denn ab diesem Zeitpunkt, genau dem Punkt der Strecke, ab dem es nur noch bergab und geradeaus ging, brach ich ein und nichts ging mehr. Da war sie, die Grenze meines Körpers, an der ich nun stand. Meine Muskeln schmerzten, mein Magen litt mittlerweile immer mehr an den Krämpfen vom Anfang und sämtliche Kraft war aus meinem Körper gewichen. Ich war am Ende. Selbst mein Minimalziel rückte zu diesem Zeitpunkt in weite, weite Ferne. Alle Zellen meines Körpers sendeten Signale an mein Gehirn: „Bleib stehen, gib auf!“ Und wieder kam dieser Gedanke des Aufgebens für einen Moment in mir auf. Doch dann sah ich meine Leute an der Strecke, die mich anfeuerten und an mich glaubten. Ich erinnerte mich an die unzähligen Trainingsstunden und den Aufwand, den ich in dieses Projekt Marathon gesteckt hatte. Ich konnte, ich durfte nicht aufhören. Das würde ich mir nie verzeihen! Also lief ich weiter. Ich lief einfach, ohne Plan, ohne Gruppe und ohne Kraft, aber mit Wille. Die Geschwindigkeit wurde langsamer, die Pace pendelte sich bei 4:40 bis 4:50 ein. Meine Körperhaltung war katastrophal. Aber ich lief. Weiter und weiter. Das nächste Schild – KM 38, dann KM 39. Mir wird kalt, mein Blick trüb, ich nehme nur noch das Nötigste um mich herum war. Meine Konzentration liegt auf der vor mir liegenden Strecke.

KM 40 – die letzte Verpflegung. Ein letzter Schluck, noch ein paar Kohlenhydrate, mein Körper fühlt sich ausgemergelt an. Mittlerweile habe ich Probleme, meine Beine voreinander zu sortieren. KM 41 – meine Leute an der Strecke, die auf dem Fahrrad unterwegs und somit immer wieder für mich da waren, geben ebenfalls noch einmal alles. Noch 1km, ich kann den Stadionsprecher hören – gleich ist es geschafft. Dann sehe ich das Auestadion direkt vor mir, ich schaffe es! Dort warten meine Freunde und meine Familie und drücken die Daumen. Für manche von ihnen waren die letzten Minuten wohl ähnlich lange wie für mich. Ein hektischer Blick auf die Uhr. Was ist mit aus meinem Minimalziel geworden? Die Uhr zeigt 2:58:XX und ich habe noch ca. 400 Meter vor mir. Das kannst du schaffen, schreie ich mir förmlich selbst zu. Ich biege ins Stadion ein, noch ca. 300m zu laufen. Der Stadionsprecher kommentiert meine Gedanken und spricht es aus – das wird eng. Ich versuche noch einmal das wirklich Allerletzte aus mir rauszuholen und versuche den notwendigen, abschließenden Sprint hinzulegen. Doch ich kann nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr. So sehr ich auch will, meine Beine gehorchen mir nicht mehr. Kurz vor der Zielgeraden gucke ich auf die Uhr. Noch 100m und nur noch 10 Sekunden. Das wars. Ich schaffe es nicht. Ich quäle mich die letzten Meter ins Ziel und erreiche es bei 3:00:13 als 17ter Gesamt und 5ter meine Altersklasse. Ich falle auf den Boden zusammen und versuche mit mir und dem gerade Erlebten klar zu kommen. Langsam beruhigt sich mein Puls und mein Gedanken werden klarer. Und sofort realisiere ich, was ich hier in den letzten 3 Stunde und 13 Sekunden geleistet habe. Es ist keine Schande, dass ich bei meinem ersten Marathon nicht unter 3 Stunden geblieben bin. Es ist keine Schande, dass ich nicht das perfekte Rennen gelaufen bin. Aber mal ehrlich, sollte man das immer erwarten? Ich habe meinen ersten Marathon im ersten Versuch gefinisht und bin dabei nur knapp hinter den Erwartungen geblieben. Ich kann ruhigen Gewissens behaupten, dass ich alles gegeben habe. Ich bin an meine Grenzen und vielleicht sogar etwas darüber gegangen und habe trotz großer Probleme, Zweifel und Schmerzen nicht aufgegeben. Genau darum geht es und darüber bin ich sehr glücklich.

Danke an alle, die mich heute und in den letzten Monaten unterstützt und damit einen erheblichen Anteil an dieser Leistung heute haben. Ohne diese Hilfe, ohne euch, wäre das nicht möglich gewesen.

Ein besondere Dank an meinen Trainer Arne, der mich verletzungsfrei und erfolgreich durch die Vorbereitung geleitet hat und meine Freundin Hanna, die viel Verständnis und Geduld aufgebracht hat.”

Einige Bilder gibt es bei Flickr.

3 Läufe im Sauerland

Als erstes stand der Caller Berglauf an: Eine 10-Kilometer-Strecke mit kaum einem flachen Meter: Die Beine waren zwar locker, die Atmung wollte aber nicht richtig mitspielen, dazu kamen noch heftige Seitenstiche von dem ständigen Auf und Ab, die Julia einige Zeit kosteten. Trotzdem gewann sie souverän in 43:04min, was jedoch langsamer war als im letzten Jahr.

Eine Woche später standen 15km beim Fleckenberger Herbstwaldlauf auf dem Programm: Die 300 Höhenmeter, die auf der ersten Hälfte erlaufen wurden, ging es auf der zweiten Hälfte komplett wieder runter. Da Julia die Strecke schon kannte, konnte sie sich ihre Kräfte gut einteilen und bergab ordentlich Tempo machen. Auf den letzten drei Kilometern wurde sie dann noch von einem ehemaligen Vereinskameraden gezogen, wodurch sie ihr Ziel, den Streckenrekord (zuvor 1:02:20) zu brechen, mit 40 Sekunden Puffer nach 1:01:44 erreichte.

Als Abschluss war dann der Ruhrtal-Volkslauf in Fleckenberg angesagt; auch hier wieder eine bergige Strecke über 11,5km. Wieder einmal ganz alleine, aber diesmal mit guten Beinen lief sie zum Sieg in 48:29min.

Mit den drei Siegen ist sie nun Führende im Laufcup mit so großem Vorsprung, dass ihr der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen ist. “Auf jeden Fall haben die 3 Läufe Richtig Spaß gemacht. Auch wenn ich natürlich nicht voll im Training drin war in den Ferien, haben sie sich doch ziemlich gut angefühlt.” Ein großer Dank geht zudem an Trainer Arne, der wieder einmal die Vorbereitung auch aus der Entfernung sehr gut unterstützt hat.

 

 

Zwei Starts – einmal erster, einmal zweiter Platz beim Stadtlauf in Treysa

Der Stadtlauf in Treysa bot für zwei VfLer eine willkommene Gelegenheit vor den anstehenden Rennen über 10km die Form zu testen. Clemens Möller und Lena Ritzel standen also zusammen mit etwa 70 anderen Startern am Start im Stadion in der nordhessischen Kleinstadt.

Treysa

Die Ausgangssituation hätte viel verschiedener nicht sein können: Clemens seit einigen Wochen wieder voll im Training mit einem guten Rennen letzte Woche in Fulda, Lena hingegen quasi direkt aus dem Urlaub gekommen mit zwei Wochen ohne Tempotraining. Dennoch hatten beide die gleiche Einstellung: einfach mal laufen und schauen, was geht.

Nach einer Runde im Stadion ging es über sechs Runden rund um dasselbe und am Ende nochmal gut 500m auf der Tartanbahn, sodass am Ende eine Strecke von etwa 7km bewältigt war. Lag Clemens ausgangs der Einstiegsrunde noch in Führung, war schon nach einem guten Kilometer klar, dass es nach ganz vorne wohl nicht gehen würde. In Führung lag ein Flüchtling aus Ostafrika, der die Führung dann auch Runde für Runde ausbaute und am Ende mit etwa 500m Vorsprung gewinnen konnte. Dahinter platzierte Clemens sich ebenfalls mit einem sehr deutlichen Vorsprung. Im Gesamtfeld direkt hinter Clemens lief bereits Lena ins Ziel, die damit die Frauenkonkurrenz dominierte und mit mehr als 2min Vorsprung in neuem Streckenrekord gewinnen konnte. Beide VfLer waren mit ihren Leistungen sehr zufrieden: „Ich bin mit jeder Runde besser ins Rennen gekommen, wurde immer schneller. Wenn ich noch ein paar Prozent rausholen kann in den kommenden Wochen, dann ist in Offenbach auf jeden Fall eine neue Bestzeit drin“, dachte Clemens im Ziel schon an zukünftige Aufgaben. Lena fügte hinzu: „Die Runde hat richtig Spaß gemacht, es lief richtig gut, so kann es gerne weitergehen!“

Treysa Treysa

Insgesamt also ein erfolgreicher Sonntag für unsere Läufer, der durch Sieg und Streckenrekord von Julia Altrup beim Fleckenberger Herbstwaldlauf komplettiert wurde (Bericht kommt nächstes Wochenende).

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Fuldamarathon – Anders als erwartet, aber trotzdem schön

Beim 24. Fuldamarathon 2017 (bei dem es gar keine Marathondistanz gibt) waren für den VfL vier Läufer am Start: Tobias Roth auf der Halbmarathondistanz als letzter Test vor dem Kasselmarathon Anfang Oktober und auf der 10km-Strecke Jakob Möller, der damit seine Straßensaison 2017 abschließen wollte, Clemens Möller als Formbestimmung und Thorsten Herrig, der spontan am Start war.

Um Punkt 11 Uhr fiel der Startschuss für den Halbmarathon, bei dem zugleich auch die hessischen Meisterschaften ausgetragen wurden. Für Tobi galt es, es besser zu machen als in Wetzlar vor zwei Wochen über 30 km: Dort war er zu schnell gestartet und am Ende komplett eingebrochen. So hielt er sich diesmal am Anfang zurück und sammelte die anderen Läufer nach und nach ein. Zehn Kilometer passierte er wie geplant nach etwa 39:10 Minuten und konnte das Tempo weiter halten. Bei Kilometer 17 erlitt er dann einen kleinen Einbruch, den er jedoch schnell wegsteckte und sein Tempo wiederfand. So erreichte er das Ziel nach 1:21:59. Damit war er durchweg zufrieden, auch wenn die Strecke nicht ganz der Erwartung entsprochen hatte: „Es waren doch einige Höhenmeter mehr als gedacht, in der Ausschreibung wurde die Strecke komplett flachdargestellt, dabei gab es doch ein paar Anstiege. Zudem wechselte der Untergrund stetig und man hatte alles von Asphalt und Kopfsteinpflaster bis zu längeren Kiespassagen dabei.“

Eine halbe Stunde später starteten die 10-Kilometerläufer: Schon auf den ersten Metern im Stadion setzte sich Thorsten an die Spitze, vor dem Favoriten und Olympiateilnehmer im Marathon 2016 Julian Flügel. Der machte auch keine Anstalten, das Tempo zu erhöhen und so liefen die beiden die ersten fünf Kilometer zusammen. Dahinter hatte sich Clemens einer Fünfergruppe angeschlossen: Die Vorgabe, bei fünf Kilometern mit 18:08 durchzugehen, verfehlte er zwar um zehn Sekunden, war angesichts der Steigungen bis dorthin weiterhin optimistisch gestimmt. Hinter dieser Gruppe hatte Jakob die Einsamkeit des Langstreckenläufers zu durchleiden: Etwa 9,7km musste er ohne Begleitung durch die schöne Fuldaer Innenstadt laufen. Dadurch hatte sich auch die Erwartung, eine neue Bestzeit aufzustellen, rasch erledigt. Trotzdem war er mit seinem Ergebnis- er erreichte das Ziel nach 38:44min- zufrieden. Bei Thorsten lief es auf der zweiten Hälfte nicht so gut: Zunächst wurde er falsch geleitet, so dass er erst 100m in die falsche Richtung lief, dann umdrehen musste und seinen Rhythmus komplett verlor. Danach wollte der Magen nicht mehr, so dass er das Rennen nach sieben Kilometern beenden musste. So kam als erster VfLer Clemens ins Ziel, der auf der zweiten Hälfte etwas zulegen konnte und sich gemeinsam mit einem Konkurrenten aus der Gruppe absetzte. Auch wenn er diesen auf den letzten Kilometern etwas ziehen lassen musste, war er mit der Zeit von 36:25min und dem dritten Platz zufrieden: „Mit dem Ergebnis bin ich optimistisch, dass ich in vier Wochen in Offenbach mal wieder unter die 36 Minuten laufen kann.“

Somit waren die VfLer den weiten Weg zwar in Erwartung einer schnelleren Strecke angetreten, waren angesichts der Umstände mit ihren Leistungen dennoch zufrieden. In Sachen Organisation können die Fulderaner noch an sich arbeiten, so war unklar, bis wann die Nummern abgeholt werden können, die Strecke war nicht so optimal markiert und die Duschen waren leider eiskalt. Die Veranstaltung lebt also von der attraktiven – wenn auch langsamen – Strecke durch die Innenstadt und der Stimmung rund um das Stadion.

Paula bei ihren ersten “Hessischen” am Start

Am vergangenen Sonntag fanden in Frankfurt die Hessischen Meisterschaften in den Blockspezifischen Mehrkämpfen statt. Dabei konnten die Teilnehmer wählen zwischen einem Sprint-, Sprung-, Wurf- oder Laufmehrkampf. Im Laufmehrkampf der W12 war für den VfL Paula Auschill am Start.

Da es Paulas erster Start bei hessischen Meisterschaften war, war sie entsprechend aufgeregt, was sich nach der ersten Disziplin aber gelegt hatte. Das waren gleich die 60 Meter Hürden, die anspruchsvollste Disziplin im Laufmehrkampf, die Paula auch nur sehr wenig trainiert hat. So fielen die ersten Hürdenüberquerungen noch etwas holprig aus, bis sie ihren Rhythmus gefunden hatte und als Siebte (von insgesamt 15 Teilnehmerinnen) ins Ziel kam.

Darauf folgten die 75 Meter: Da Paula eher auf der Mittel- und Langstrecke zu Hause ist, hatte sie gegen die sprintstarke Konkurrenz keine Chance und wurde nur elfte. Ähnlich lief es über die 150 Meter: Für die meisten war es das erste Mal über diese selten gelaufene Strecke, die nochmal deutlich intensiver ist als die halb so lange Strecke. So hatten die Athleten auf den letzten Metern sichtlich zu kämpfen: Das kam Paula etwas zugute und sie konnte sich um zwei Plätze auf den neunten Platz verbessern.

Zum Abschluss ging es dann auf die Stadioncrossrunde: Ein flacher Parcours mit kleinen Hindernissen war auf der Wurfwiese und der Laufbahn markiert, der deutlich kürzer war als die angegebenen 1200 Meter. In ihrer stärksten Disziplin schaffte es Paula, sich auf den ersten 200 Metern auf den zweiten Rang vorzuarbeiten. Darauf löste sich eine Gruppe mit 5 Läuferinnen, wo sie mitlaufen konnte und mit ihnen gemeinsam am die letzten 200 Metern auf die Bahn einbog. Dort machte sich wieder die Sprintstärke der Konkurrenz bemerkbar; Paula erreichte das Ziel trotzdem als starke Fünfte.

Daraus ergab sich insgesamt der siebte Platz im kompletten Mehrkampf, womit Paula rundum zufrieden war. Mit etwas mehr gezieltem Training ist dann im nächsten Jahr noch mehr drin…

Bereits zwei Tage zuvor war Paula beim Bahnlauf in Breidenbach über die 800m am Start. Dort benötigte sie für die zwei Stadionrunden 2:46,5min, was den zweiten Platz in ihrer Altersklasse hinter der Dauerkonkurrentin Theresa Ruppersberger bedeutet.

Ebenfalls in Breidenbach am Start war . Für ihn galt es, über die 12,5 Runden endlich mal eine Zeit unter 20min zu erzielen. Bei optimalen Temperaturen wurde der Niederschlag allerdings zu einem Problem: Strömender Regen überschwemmte die Bahn, sodass die Läufer teilweise durch knöcheltiefes Wasser laufen mussten. Alex orientierte sich von Beginn an an einer Läuferin aus Marburg, die genau wie er unter 10min bleiben wollte. Nach zwischenzeitlichem Tempoverlust und einiger Führungsarbeit erreichte er das Ziel nach 19:50,08min, was den siebten Platz in seiner Altersklasse bedeutete. Sein Fazit: “Das Rennen war gut, die Atmosphäre auch, allerdings muss man etwas Geduld mitbringen, da es hier (wie bereits letztes Jahr) zu erheblichen Verzögerungen im Zeitplan gekommen ist.”

7. Lahnparklauf

Am letzten Sonntag im August findet in Wetzlar schon seit einigen Jahren der Lahnparklauf statt. Dieses Jahr war der VfL erstmalig mit zwei Läufern vertreten: Lena Ritzel über die 5km und Tobias Roth über die exakt sechsmal so lange Strecke von 30km.

Für Tobi war es gewissermaßen die Generalprobe für den in etwas mehr als einem Monat stattfindenden Marathon in Kassel. Sein Vorhaben war, etwas ruhiger loszulaufen, die zweite Hälfte zuzulegen und das Ziel möglichst nach 2:04h zu erreichen. Direkt nach dem Start warf er diesen Plan allerdings über den Haufen und lief deutlich zu schnell los. Nach 10km hatte er bereits etwa eine Minute Puffer, fühlte sich aber noch hervorragend und war zuversichtlich, das Tempo durchlaufen zu können.

Etwa zu diesem Zeitpunkt ging es für Lena auf die Strecke. Nach einer Saison voller Höhen und Tiefen geht es für sie jetzt darum, wieder konstante Leistungen zu bringen, um für die anstehenden Straßenläufe gerüstet zu sein. Die erste Hälfte des Rennens konnte sie mit den 10km-Läufern mitlaufen, am Wendepunkt nach 2,5km liefen diese aber weiter, sodass Lena die komplette zweite Rennhälfte alleine bewältigen musste. Durch die entgegendkommenden Läufer anderer Distanzen wurde es zudem nicht einfacher, sodass sie einige Sekunden verlor. „Bei verhaltenerem Anfang wäre sicher etwas mehr  drin gewesen, aber darum ging es heute nicht wirklich. Die Zeit von 18:40min ist Durchschnitt, am wichtigsten ist aber, dass ich keine muskulären Probleme hatte und sauber durchlaufen konnte. Der Lauf heute fällt in die Kategorie „gutes Training“ und demnächst kann ich dann hoffentlich wieder richtig angreifen“, resümierte sie im Ziel.

Tobi war gut  fünfmal so lange unterwegs wie Lena, als er erstmals zu spüren bekam, wie lang 30km werden können: „Während ich mich zum letzten Mal verpflegen wollte, habe ich so heftige Seitenstiche und Magenkrämpfe bekommen, dass ich kaum noch gehen konnte. An Laufen war also für die letzten Kilometer nicht mehr zu denken, sodass ich schlussendlich etwa 20min verloren habe.“ Natürlich war der Ärger im Ziel erstmal groß – nur 15min hatten noch bis ins Ziel gefehlt -, letztendlich hat der Lauf somit seinen Zweck aber in Gänze erfüllt: Tobi weiß jetzt, dass er auf keinen Fall zu schnell loslaufen darf und kann somit voller Zuversicht in Richtung Kassel blicken.