Für Lena Ritzel standen Mitte Juni mal wieder hessische Meisterschaften auf dem Plan: 1500 Meter in der U20 in Darmstadt waren zu bewältigen. Die Meldeliste versprach schon kein zu üppiges Starterfeld, die Anzahl der Läuferinnen, die dann auch wirklich starteten, war noch geringer: Gerade mal drei Athletinnen wollten die dreidreiviertel Runden laufen. Deshalb entschied sich Lena, von Anfang an auf Bestzeitkurs zu laufen; die ersten 800m noch in Begleitung der zweitplatzierten, danach einsam vorneweg. Bis zur Kilometermarke war sie auch noch voll auf Bestzeitkurs, auf der folgenden Runde verlor sie jedoch einige Sekunden im Wind, sodass sie nach 4:48:4min zwei Sekunden über PB, aber als hessische Meisterin, ins Ziel kam. Der Lauf stimmte sie positiv, dass bei besseren Bedingungen in den nächsten Wochen auch die Bestzeit noch fällt.
Hans Werner Hagedorn war außerhalb der heimischen Gefilden unterwegs: Bei den Thüringer Meisterschaften in Ohrdruf startete er im Hochsprung. Anders als in Hessen gibt es in Thüringen keine getrennte Jugend- und Seniorenmeisterschaften, sondern alle Athleten von der U14 bis Ü80 tragen ihre Wettkämpfe parallel aus, was für eine ganz andere Atmosphäre im Stadion sorgt. Hans Werner gewann seinen Wettkampf mit übersprungenen 1,36m deutlich vor zwei Thüringern. Leider wurde seine Leistung nicht weiter gewürdigt, da nur die Thüringer geehrt wurden.
Parallel dazu war in Wetzlar Tobias Roth beim FORUM-Lauf am Start. Bei dem Lauf werden vier 2,5km-Runden durch ein Einkaufszentrum und das benachbarte Parkhaus gelaufen, was das ganze zu einer besonderen Herausforderung macht. Für Tobi war der Lauf der erste Zehner in diesem Jahr und als Formtest gedacht. Trotz Anfahrt mit dem Mountainbike hatte er von Anfang an richtig Spaß am Laufen, wobei ihm vor allem die Passagen im Parkhaus gut lagen. Die meiste Zeit hatte er den späteren Drittplatzierten ein paar Meter vor sich, was ihn enorm pushte, da er ihn nicht weglaufen lassen wollte. Am Ende reichte die Kraft dann nicht ganz und er verlor noch ein paar Sekunden, konnte aber den vierten Platz und damit den Altersklassensieg sichern.
Dieses Jahr fand zum zweiten Mal in Pfungstadt Anfang Juni die Laufgala statt. Statt eines Abendsportfestes unter der Woche kommt hierbei Samstagsabends die regionale und nationale Laufelite zusammen, auch einige internationale Läufer waren am Start. Vom VfL waren vier Läufer angetreten: Über 800m Johanna Rasche (zwar für die LG Osnabrück startend, aber bei uns mittrainierend), über 1500m Arnfried vom Hode und Richard Webb und auf den 3000m Lena Ritzel.
Die Rennen wurden mit zunehmender Streckenlänge ausgetragen, also war Johanna als erste an der Reihe. In denen nach Zeiten gesetzten Läufen war sie als drittschnellste gemeldet und ging das Rennen auch dementsprechend an. Trotz Sorgen, dass sie den Start verschläft und am Ende des Feldes aus der Kurve kommt, konnte sie sich nach zweihundert Metern an dritter Position einreihen. Auf der folgenden Runde wurde das Tempo konstant hochgehalten, was Johanna problemlos mitging und sich auf Platz zwei vorarbeitete. Auf den letzten zweihundert Metern konnte sie im Schlussprint noch an der Führenden vorbeiziehen und den Lauf in neuer Bestzeit von 2:21,17min gewinnen.
Danach ging es an die 1500m: Zuerst für Richard, der mit etwas schnellerer Zeit gemeldet war als Arne. In seinem letzten Lauf für den VfL, bevor es zurück nach England ging, wollte er nochmal ein gutes Rennen zeigen. Nach einem flotten Beginn sortierte er sich am Ende des Feldes ein und lief ein kontrolliertes Rennen. Zum Ende zog er nochmal an, verpasste jedoch sehr unglücklich die 4-Minuten-Marke um gerade mal 52 Hundertstelsekunden.
Im nächsten Lauf war dann Arne am Start, wenn auch etwas überraschend: Hatte er in der Laufeinteilung noch im darauffolgenden Lauf gestanden, wurde er beim Verlesen der Starterliste von seinem Namen etwas überrascht. Nach einem kurzen Sprint zum Start, der ihm im Nachhinein ganz gut getan zu haben scheint, ging es dann auch schon los. Vorher noch am Hadern, da er der schnellstgemeldete in seinem Lauf war, hatten sich die Vorzeichen jetzt umgekehrt und er konnte sich wie Richard hinten reinhängen und einfach mitlaufen. Die Zwischenzeiten passten und so ging es weiter, bis nach einem Zielsprint eine neue Bestzeit feststand: 4:07,05.
Als letzte war dann noch Lena an der Reihe: 3000m galt es zu bewältigen, das Ziel war eine neue Bestzeit. Im großen Feld fand sie in der Mitte ihre Position, wo sie Runde um Runde mitlief. Nach und nach und nach zerfiel die Gruppe, wobei Lena in einer Dreiergruppe landete. In der Rennmitte konnte sie dort nicht ganz dranbleiben und wurde etwas langsamer. Auf dem letzten Kilometer drehte sie aber nochmal auf und kam nach 10:13,30min mit deutlicher Verbesserung ihrer Bestzeit ins Ziel.
Wieder einmal war der Ausflug nach Pfungstadt den Aufwand wert; die Laufgala zeigt, dass es auch in Deutschland Meetings geben kann, bei denen bei guter Stimmung schnell gelaufen werden kann.
D(J)MM – für eingefleischte Leichtathleten ist sofort klar, worum es geht – alle anderen verstehen erstmal gar nichts. Ein Format, das sich bei den Erwachsenen an der immer beliebteren Team-EM orientiert und bei den Jugendlichen (in unserem Fall der WU14) eine etwas abgespeckte Version davon darstellt. Die Rahmenbedingungen sind recht einfach: sieben Disziplinen, beliebig viele Athleten (die je maximal drei Disziplinen machen dürfen), die zwei besten Athleten jeder Disziplin werden für die Mannschaft gewertet.
Angereist mit nur sechs Athletinnen war schon die Festlegung, wer welche Disziplin macht, eine echte Herausforderung. Niemand will Hochspringen, alle wollen Weitspringen, Paula und Emma müssten optimalerweise mindestens vier Sachen machen… Trotz allem stand am Ende ein Plan, mit dem alle mehr oder weniger zufrieden waren und der uns die maximale Ausbeute an Punkten versprach.
Los ging es mit dem Ballwurf. Dort waren Amelie (die eigentlich noch in der U12 startet und damit die jüngste Teilnehmerin im gesamten Feld war) und Zoe am Start. Beide beförderten den Ball direkt im ersten Versuch auf ihre Bestweite und konnten so erste wertvolle Punkte sammeln. Weiter ging es mit dem Flachsprint über 75m. Mia, unsere stärkste Sprinterin konnte ihren Lauf als Zweite beenden und war damit und auch mit ihrer Zeit hochzufrieden. Danach war Felina das erste Mal im Einsatz – ebenfalls über die 75m. Trotz Hochstarts (Felina trainiert erst seit diesem Frühjahr bei uns) erreichte sie das Ziel nach starken 11,71sec. Anschließend griffen über die Hürden dann auch unsere letzten beiden Athletinnen Emma und Paula ins Geschehen ein. Mittlerweile ist auch Paula beim Dreierrhytmus angekommen – was soll es da anderes geben als eine neue Bestzeit? Ebenfalls in neuer Bestzeit im Ziel war Emma- wie auch in Gießen vor einigen Wochen wenige Zehntel schneller als Paula. Es wird spannend zu sehen, zu welchen Zeiten die beiden in den kommenden Monaten noch in der Lage sein werden!
Als vierte Disziplin stand der Weitsprung an. Hier am Start: Amelie, Emma und Zoe. Am beeindruckendsten ist hier die Leistung von Amelie: Mit 3,86m pulverisiert sie ihre Bestleistung, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis bei ihr die 4m-Marke fällt. Diese bereits etliche Male übersprungen hat Emma, die mit 4,30m wieder in den Bereich ihrer Bestleistung springen konnte. Zu diesen Weiten fehlt Zoe noch ein ganzes Stück – mit 3,11m kann sie aber dennoch zufrieden sein. Nach dem Weit- ging es dann zum Hochsprung. Keine unserer Athletinnen war richtig begeistert von der Aussicht, springen zu müssen – hier besteht für die Trainer wohl noch einiges an Nachholbedarf. Ohne Wettkampferfahrung in dieser Disziplin und mit sehr wenig Training blieb es schließlich an Mia und Felina hängen, wenigstens ein paar Punkte zu sammeln. Bis 1,12m waren die beiden mit einer blitzsauberen Serie unterwegs und konnten alle Höhen im ersten Versuch meistern. Bei 1,16m scheiterte Mia dann allerdings dreimal, sodass für sie mit 1,12m am Ende 2cm weniger als vor einigen Wochen in Gießen zu Buche stehen. Bei Felina das gleiche Spiel: Bis 1,20m kein einziger Fehlversuch – bei 1,24m dann direkt dreimal gerissen. Mit ein bisschen mehr Training und mehr Selbstvertrauen sind aber beiden deutlich höhere Höhen zuzutrauen! Zum Abschluss ging es dann noch zweimal auf die Rundbahn. Zuerst die Staffel und abschließend zwei quälende Runden für die 800m. In der Staffel – auch das konnten wir vorher kaum trainieren – lief es am Anfang super: Emma mit einem guten Start und einem sauberen Wechsel auf Paula, danach eine saubere Übergabe auf Felina. Der letzte Wechsel ging leider völlig daneben, sodass einige Punkte auf der Bahn liegen blieben. Die zwei guten Wechsel und die starken Einzelleistungen sicherten aber den dritten Platz in der Disziplinabrechnung. Zum Schluss dann die Ausdauerleistung, die dann irgendwie doch zu jedem „echten“ Mehrkampf dazugehört. Unsere beiden Athletinnen mit völlig verschiedenen Voraussetzungen: Paula – eigentlich von vornherein als Siegerin feststehend – mit dem Ziel Bestzeit unterwegs und Amelie mit dem einzigen Ziel, die zwei Runden irgendwie zu überstehen. So überraschte auch die Situation direkt nach dem Start wenig: Paula einsam vorweg und Amelie in ihrem Tempo am Ende des Feldes. Bei den mittlerweile hochsommerlichen Temperaturen war für Paula schon bei Rennhälfte klar, dass es mit einer neuen Bestzeit nichts wird. Die Zeit von 2:46min ist dennoch angesichts der Umstände äußerst respektabel. Amelie macht alles genau richtig: Sie hält sich am Ende des Feldes, macht ihr Rennen, mobilisiert auf den letzten Metern noch einmal alle Kräfte und kommt völlig platt ins Ziel.
In der Endabrechnung steht ein dritter Platz in der Mannschaftswertung zu Buche. Für alle – Trainer und Athletinnen – war es ein schöner Tag, der gerade uns Trainer aber auch gezeigt hat, wo noch Steigerungspotenzial liegt. Nächstes Jahr mit einer hoffentlich größeren Mannschaft und gezielterer Vorbereitung sind aber mit Sicherheit ein paar Punkte mehr drin!
Komplette Ergebnisse gibt es hier, Bilder wie immer bei Flickr
Wie auch schon letztes Jahr ging es am frühen Morgen an Fronleichnam zum Volkslauf nach Frohnhausen in der Nähe von Gladenbach. Die Bedingungen fast identisch zum letzten Mal: Warme Temperaturen, wenig Wind. Am Start über die 2,5km bei den Kindern war eine erfreulich große Gruppe von mehr als 30 Kindern – später sollte sich zeigen, dass das auch seine Schattenseite haben kann.
Konrad und Frederik sortierten sich direkt am Start weit vorne im Feld ein. Die beiden liegen zwar altersmäßig zwei Jahre auseinander – läuferisch sind sie aber auf einem Niveau unterwegs. So überraschte es wenig, dass die beiden nach etwa 9min direkt hintereinander aus dem Wald auftauchten. Konrad duellierte sich bis zum Schluss noch mit einem anderen Läufer, auf der Zielgerade musste er aber erkennen, dass ihm dieser dann doch einen Hauch zu schnell war; seine Altersklasse konnte er trotzdem souverän für sich entscheiden. Wenige Sekunden später erreichte dann auch Frederik das Ziel. Mal wieder ließ er sein großes läuferisches Potenzial erkennen – umgeben von deutlich älteren Läufern konnte er seine Altersklasse deutlich für sich entscheiden. Etwa zwei Minuten dauerte es dann, bis Maximilian das Trio komplettierte. In seiner Altersklasse konnte er den zweiten Rang belegen.
Anschließend begann das lange Warten auf die Siegerehrung… nach ziemlich genau drei Stunden war es dann endlich soweit und die Kinder wurden mit Urkunden und Medaillen für ihre Leistungen belohnt. Getrübt wurde das Ganze allerdings durch eine teilweise fehlerhafte Auswertung und die Tatsache, dass die zahlreichen Pokale nicht für die Kinder, sondern für die Altersklassenläufer gedacht waren. Somit bleibt neben den starken Leistungen der Kids leider auch ein schaler Beigeschmack über eine misslungene Siegerehrung.
Dieses Jahr fand Ende Mai bereits der 11. Emil-von-Behring-Gedächtnislauf in Marburg statt. Traditionell freitagsabends im Unistadion versammelte sich die gesamte Marburger Läufergemeinschaft und etliche Breitensportler um die 6-Kilometerrunde in Angriff zu nehmen. Bei warmen, sonnigem Wetter ging es nach einer Runde im Stadion, in der die Führenden auf die noch startenden Walker aufliefen, über den Hirsefeldsteg und über die Lahnwiesen bis zur Südspange, von wo die Strecke auf der anderen Lahnseite wieder zurück zum Stadion führte.
Aufgrund des unerwarteten Teilnehmeransturms- insgesamt nahmen etwa 600 Läufer teil- startete der Lauf mit einer Viertelstunde Verspätung. Im Starterfeld war auch etwa ein gutes Dutzend VfLer, mit ganz verschiedenen Ansprüchen: Arne und Clemens drückten von Anfang an aufs Gas, wurden zwar mit der Zeit langsamer, holten sich aber Platz vier und fünf. Für Tobi war der Lauf der Wiedereinstieg nach einem halben Jahr Wettkampfpause; er zeigte, dass er schon wieder gut in Form ist und auch auf den kürzeren Strecken schnell laufen kann. Johanna wollte eigentlich nur ganz entspannt laufen, fand sich aber doch relativ weit vorne wieder. Zusammen mit einer Läuferin aus Oldenburg lief sie den Großteil der Strecke, konnte am Ende aber noch ihre Qualitäten von der Mittelstrecke ausspielen und sicherte sich so den zweiten Platz. Lisa nahm den Lauf ganz entspannt und konnte etwas Wettkampfatmosphäre aufnehmen. Es waren noch mehr VfLer dabei, mal mehr mal weniger ambitioniert, aber alle genossen die schöne Atmosphäre.
Bevor es für die „Großen“ auf die Strecke ging, waren bereits die Kinder über eine Stadionrunde unterwegs: Ganz vorne mit dabei Max und Frederik, der den Lauf mit deutlichem Vorsprung gewann.
Nachdem Lena sich über 5000m in Pfungstadt der 18min-Marke schon auf wenige Sekunden genähert hatte, sollte es jetzt endlich klappen. Die Möglichkeit dazu bot die Lange Laufnacht in Karlsruhe: starke Starterfelder, perfekte Bedingungen in den späteren Abendstunden, eine grandiose Stimmung – wo, wenn nicht hier wäre die Gelegenheit perfekt?
Im Eliterennen der Frauen sortierte Lena sich zu Beginn im hinteren Mittelfeld ein. Vorne weg stürmte die deutsche Spitze angeführt von Hannah Klein, die das Rennen mit EM-Norm deutlich für sich entscheiden konnte. Mitgerissen von der Stimmung im Stadion – Musik, zahlreiche Zuschauer auf der Bahn, lautstarke Unterstützung der mitgereisten Vereinskameraden – lief Lena das Rennen sehr schnell an. Aus den ursprünglich geplanten 86er-Runden wurde nichts, stattdessen pendelte sie sich schnell bei etwa 84sec ein. Bis zur 3000m-Marke ging das auch gut. In einer kleinen Gruppe lief Lena stets an erster oder zweiter Stelle und legte so den Grundstein für die zweite Rennhälfte. Der vierte Kilometer zeigte dann aber, dass das angeschlagene Tempo vielleicht ein bisschen zu hoch war, sodass die angestrebte Zeit zwischenzeitlich in Gefahr schien. Ein echter Einbruch blieb aber aus, so dass Lena auf den letzten Runden zwar richtig kämpfen musste, das angestrebte Tempo aber halten konnte. Das direkte Duell mit einer Konkurrentin auf den letzten 600m beflügelte sie dann noch einmal, sodass sie das Ziel am Ende nach 17:50,40min erreichte: „Nachdem es in diesem Frühjahr viele Aufs und Abs gab, konnte ich jetzt endlich zeigen, was ich draufhabe und die 18min-Marke durchbrechen. Sicher war die Renneinteilung nicht perfekt, aber jetzt gerade bin ich einfach nur happy über die neue Bestzeit.“
Alles in allem also ein perfekter Ausflug ins nächtliche Karlsruhe. Eine Laufveranstaltung mit Eventcharakter, die zeigt, dass Leichtathletik ein echter Zuschauermagnet sein kann, Spitzensport gekoppelt mit ambitioniertem Hobbysport und eine neue Bestleistung für Lena – gerne mehr davon!
Bilder gibt es bei Flickr und die kompletten Ergebnisse bei LADV
Bereits zum dreißigsten und auch zum letzten Mal fand Anfang Mai in Großen-Buseck bei Gießen der Volkslauf statt. Bei warmem und windigem Wetter galt es 5, 10 oder 21km auf einer hügeligen Strecke zu bewältigen.
Auf den 10 Kilometern starteten für den VfL Arnfried vom Hofe und Clemens Möller. Arne, nach einem Abstecher auf die Bahn wieder mal auf der Straße, fand sich nach dem normalen Sortieren auf dem ersten Kilometer mit Niklas Raffin vom TSV Krofdorf-Gleiberg an der Spitze wieder. Dahinter hatte sich Clemens eingeordnet, zusammen mit einem anderen Läufer bildete er die Verfolgergruppe. In der ersten Hälfte, die komplett leicht bergan führte, änderte sich an der Konstellation nichts, dann zerfielen die Gruppen jedoch: Niklas zog Arne davon und Clemens konnte sich ebenfalls auf dem letzten Bergstück absetzen. Die zweite Hälfte wurde dann bei allen aufgrund des Gefälles deutlich schneller, auch wenn die Knie darunter litten. Die Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nicht mehr, die Abstände wurden noch etwas größer: Arne wurde Zweiter mit 36:06min, Clemens genau zwei Minuten langsamer Dritter. Damit waren beide zufrieden, aus den Zeiten lassen sich auf der Strecke schlecht Rückschlüsse auf den aktuellen Trainingsstand schließen.
Über die 5 Kilometer startete Eva Kotschi. Auf der Wendepunktstrecke lief zunächst die Jugend vorweg, die Eva nach und nach einsammelte, so gewann sie den Lauf überlegen mit einer Zeit von gut 22 Minuten.
Zum ersten Mal seit längerer Zeit waren hier mehrere VfLer am Start, leider auch zum letzten Mal. Es ist echt schade, dass es diese Veranstaltung nicht mehr geben wird, ein schöner Lauf in entspannter, familiärer Atmosphäre.
Wie jedes Jahr Anfang Mai ging es auch 2018 zum ersten Abendsportfest nach Pfungstadt. Neben dem üblichen Programm waren diesmal auch die Hessischen Meisterschaften im Hindernislauf integriert. Unser englischer Gast- und Dauerstarter Richard war dort am Start. In seiner Spezialdisziplin wollte er sich im recht großen Feld unter Beweis stellen.
Nach einigem Hin und Her mit dem HLV durfte er außer Wertung an den Start gehen – ohne deutsche Staatsbürgerschaft und Startpass für einen deutschen Verein darf er bei „Hessischen“ eigentlich gar nicht mitlaufen. Nachdem dieses erste Hindernis genommen war, standen für Richard 28 weitere Hindernisse und siebenmal der Wassergraben im Weg zum Ziel. Hielt er sich am Anfang noch zurück und lief im Mittelfeld, konnte er durch seine hervorragende Technik an den Hindernissen Meter um Meter gutmachen und so auf Platz drei vorlaufen. Mit seiner Zeit von etwa 9:40min war er am Ende durchaus zufrieden. Bevor es für ihn im Juni wieder dauerhaft nach England geht, stehen noch verschiedene Volksläufe an.
Anschließend beendeten die 5000m das erste abendsportfest des Jahres in Pfungstadt. Dort war Thorsten im ersten Lauf am Start, Lena und Jakob wollten im zweiten Lauf ihre Form testen. Alle drei rechneten sich vor dem Rennen nicht viel aus: Thorsten am Tag vorher noch schnell an der Lahn unterwegs, Lena unsicher ob ihrer Form und Jakob mit wenig laufspezifischem Training in den letzten Wochen und nicht ganz frischen Beinen. Für Thorsten ging es dann richtig schnell los. Er sortierte sich an Position zwei ein und durchlief die 1000m-Marke nach weniger als 3min. Wie seine Vereinskameraden angesichts dieser viel zu schnellen Durchgangszeit schon befürchteten, war das Rennen für ihn dann nach weniger als 2km auch schon vorbei – mal wieder machte ihm der Magen einen Strich durch die Rechnung.
Im zweiten Lauf waren dann die beiden anderen VfLer am Start: Jakob mit der drittschnellsten Meldezeit und Lena mitten im Feld. Die ersten 2000m hielt Jakob sich noch zurück, erhöhte dann aber stetig sein Tempo: „Es lief einfach wie am Schnürchen: Zwar war ich die komplette zweite Rennhälfte alleine, aber die sekundenweise schneller werdenden Rundenzeiten sind Motivation genug um richtig Gas zu geben.“ Am Ende gab es für ihn recht unerwartet eine neue Bestzeit von 17:18min. Ebenso bei Lena: Zusammen mit Franziska aus Wiesbaden absolvierte sie ein konstantes Rennen und konnte ihre Bestzeit deutlich auf 18:02min steigern. „Damit habe ich absolut nicht gerechnet! Mein Ziel war nur, schneller als in Hünfeld zu laufen, wo nichts zusammengepasst hat – dass es dann direkt nahe an die 18min-Marke gehen würde, das habe ich nicht erwartet!“. Mitte Mai will sie bei den Deutschen Meisterschaften über 5000m dann bestätigen, dass das keine Eintagsfliege gewesen ist.
Somit wurde (zumindest für drei unserer vier Athleten) wieder einmal bestätigt, dass die Sportfeste in Pfungstadt immer eine hervorragende Adresse sind, um schnelle Zeiten zu laufen – bei der Laufgala an ebendieser Stelle am 10. Juni darf wieder auf die eine oder andere Bestzeit spekuliert werden!
Während in den Kinderklassen die spielerischen und teamorientierten Wettbewerbe im Vordergrund stehen und es in den Jugendklassen ab U18 um klassische Leichtathletik in den Spezialdisziplinen geht, soll in den Schülerklassen U14 und U16 vor allem eine breite Ausbildung über Disziplinengruppen hinweg stattfinden. Rechnung getragen wird dem mit den sogenannten Blockmeisterschaften. Neben Hürdensprint, Flachsprint und Weitsprung stehen je nach gewähltem Block noch zwei weitere Disziplinen an. Beim Sprung Hochsprung und Speerwurf, beim Wurf Kugelstoßen und Diskuswurf und beim Lauf Ballwurf und 800m bzw. 2000m.
Trainer Jakob, Paula, Mia, Emma, Anouk und Trainer Clemens (v.l.)
In Gießen bei ebendiesen Meisterschaften auf Regionalebene waren wir mit vier Athletinnen vertreten. Mia und Anouk beim Sprung, Emma beim Wurf und Paula beim Lauf.
Los ging es im Westen Gießens für Mia und Emma direkt mit einer Herausforderung: Dabei konnte Emma den Diskus auf knapp 20m befördern – für lediglich zweimaliges Training ein perfekter Einstieg in den Wettkampf. Mia hatte mit dem Speer etwas mehr zu kämpfen. Nach einem ersten ungültigen Versuch erreichte sie im zweiten Versuch 10,74m, womit sie nicht wirklich zufrieden war.
Für Anouk ging es beim Hürdenlaufen los. Erst zu Beginn des Winters zu uns gestoßen hat sie bisher kaum im Stadion trainiert, dennoch kam sie sehr gut über die ersten Hürden. An der vierten Hürde blieb sie dann aber hängen und kam völlig aus dem Konzept, was deutlich Zeit kostete. Zudem hatte der Rücken einen Schlag abbekommen, sodass fraglich war, ob sie den Wettkampf bis zum Ende würde bestreiten können. Besser lief der Start bei Paula, die sich viel vorgenommen hatte und ihr Ziel von 30m beim Ballwurf direkt deutlich übertreffen konnte.
Bei Emma ging es dann weiter mit dem Hürdenlauf. Nachdem es vor einigen Wochen in der Halle noch nicht so rund gelaufen war, wollte sie jetzt zeigen, dass das Trainingslager sich bezahlt macht. Das gelang ihr mit einer super Zeit von 11,20sec sehr gut. Nicht ganz so gut lief es bei Paula, die nicht richtig in den Rhythmus fand und erst nach über 12sec das Ziel erreichte. Einen Tacken langsamer aber trotzdem zufrieden mit ihrer Zeit über die Hürden war Mia.
Beim Weitsprung konnten Anouk und Mia nicht das umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten. Anouk erreichte eine Weite von nur knapp über 4m, Mia blieb deutlich unter ihrem Potenzial von knapp 4m. Anders bei Emma und Paula: Paula konnte auch hier ihr selbstgesetztes Ziel von 4m übertreffen und Emma kam mit 4,28m in den Bereich ihrer Bestleistung.
Beim Flachsprint über 75m bzw. 100m konnte Mia ihre Stärken zeigen und mit 11,57sec wertvolle Punkte gutmachen. Auch Emma konnte in ihrer Konkurrenz eine starke Zeit laufen – 11,16sec bedeuteten die zweitbeste Leistung. Dass der Flachsprint nicht Paulas große Stärke ist, war vorher bereits klar, die 11,88sec bedeuteten dennoch eine persönliche Bestleistung. Bei ihrem ersten Start über 100m benötigte Anouk gut 15sec – angesichts der Rückenprobleme und schmerzender Schienbeine einer sehr gute Zeit.
Als letzte Disziplin standen dann nochmal spezifische Disziplinen an. Für die Springer ging es zum Hochsprung. Mia konnte nach anfänglichen Problemen 1,14m überqueren. In der Endabrechnung gab es für sie den dritten Platz. Für Anouk war der Wettkampf ja eigentlich schon nach der ersten Disziplin – dem Hürdenlaufen – vorbei. Sie dachte nur noch von Disziplin zu Disziplin und ging mit der Einstellung in den Hochsprung, wenigstens die Einstiegshöhe zu schaffen, um nicht zu viele Punkte zu verlieren. Im Schersprung konnte sie diese dann auch direkt problemlos überqueren und sich dann von Höhe zu Höhe steigern. Bei 1,22m stieg sie auf den Flop um, 1,26m schaffte sie im dritten Versuch. Am Ende konnte sie 1,34m überspringen und überraschte damit sich selbst und den Trainer. So fand der Wettkampf auch für sie einen versöhnlichen Abschluss, der mit dem siebten Platz belohnt wurde.
Bei Emma ging es zum Schluss zum Kugelstoßen. Das Ziel war an die Weite von letzte Woche anzuknüpfen und deutlich über 8m zu stoßen. Jetzt machte sich aber auch bei ihr langsam der schon recht lange Tag bemerkbar, sodass sie am Ende nur knapp über 8m stoßen konnte. Ihre Leistung über alle Disziplinen hinweg schmälert das aber keineswegs – der zweite Platz in der Endabrechnung ist ein super Ergebnis.
Für Paula ging es zum Schluss über zwei Stadionrunden. Traditionell Abschluss der Mehrkämpfe fordert die Mittelstrecke den Athletinnen noch einmal alles ab. In einem taktisch perfekten Rennen konnte sie genau in ihrem Wunschtempo 700m hinter der Führenden herlaufen, um dann auf der Zielgeraden vorbeizuziehen und so noch ein paar Punkte zu ergattern. Am Ende gab es für sie im stark besetzten Feld einen vierten Platz.
So hatte der Tag alles zu bieten, was Mehrkämpfe ausmacht: ein Auf und Ab von Disziplin zu Disziplin, Bestleistungen, unerwartete starke Leistungen. Hinzu kommt, dass die Veranstaltung mit erfreulich großen Starterfeldern vom LAZ Gießen hervorragend organisiert war und so positiv in Erinnerung bleiben wird!
Üblicherweise finden Ende April die Kreiseinzelmeisterschaften statt. Dieses Jahr wurden sie wegen Kampfrichtermangels leider kurzfristig abgesagt. Da sich von uns schon etwa 15 Kinder dafür angemeldet hatten, entschieden wir uns schnell dafür, eine Alternative zu organisieren. Mit etwas verkleinertem Angebot, für 10- bis 15-Jährige, keine offizielle Auswertung. Daraus wurden dann offene Vereinsmeisterschaften, zu denen wir noch andere Vereine einluden, von denen Breidenbach mit zwei und Buchenau mit 13 Teilnehmern kamen.
So ging es um 10 Uhr bei bestem Wetter mit den Sprints los. Klassisch mit Handzeitnahme waren zuerst die flachen Strecken an der Reihe: Über die 50m war die schnellste Nienna vom TV Buchenau mit genau 8 Sekunden, auf 75 war Mia nach 11,2 Sekunden als Erste im Ziel. Danach wurden die Hürden aufgebaut, wo deutlich wurde, was man durch gezieltes Training für Fortschritte machen kann: In der Halle noch sehr unsicher über den Hürden gewann Emma ihre Altersklasse in 11,3 Sekunden.
Parallel dazu waren die jüngeren schon beim Werfen. Diesmal wurde nicht mit den klassischen Bällen geworfen, sondern mit raketenförmigen „Heulern“, die beim Fliegen pfeifen. Herausragend war hierbei die Leistung von Kieran, der den Wettbewerb mit zehn Metern Vorsprung gewann.
Für die Älteren war Kugelstoßen angesagt, hierbei gab es bei den Mädchen und bei den Jungen Siege für VfLer: Raphael, der vorher noch nie Kugel gestoßen hatte, wuchtete das Gerät auf 6,71m, Emma gewann mit fast zwei Metern Vorsprung mit 8,53m. Den Abschluss der technischen Disziplinen bildete der Weitsprung mit insgesamt 21 Teilnehmern: Der weiteste Sprung der unter-12-Jährigen Jungen gelang Leander mit 3,70m.
Zum Abschluss ging es nochmal an die Läufe: Zunächst eine Mixed-50-50-75-75m Staffel, bei der nochmal richtig Stimmung aufkam: Den Sieg errang die erste Staffel vom VfL mit Raphael als Schlussläufer in einem knappen Finish vor TV Buchenau 2. Den Schlusspunkt setzte dann der Stadioncross: Elf Läufer/innen bewältigten eine gut 1000m lange Strecke durch das Stadion, bevor sie auf die Zielgerade einbiegen durften. Hier war Paula die schnellste, mit der einzigen Zeit unter vier Minuten. Bei den Schülerinnen U12 kam Amelie als erste ins Ziel mit einer Zeit von 4:32min.
Damit ging ein schöner, trotz echter Wettkampfstimmung sehr entspannter Vormittag zu Ende. Alle Teilnehmer und Trainer waren glücklich, dass sie, obwohl es dem Kreis nicht gelungen war, Meisterschaften auszurichten, noch ihre Leistungen zeigen konnten. Deshalb ein großer Dank an die Organisatoren und die vielen Helfer!