Hessische Hallenmeisterschaften der Senioren 2019

Für die Senioren ging es am Samstag, den 12. Januar, zu den Hessischen Hallenmeisterschaften nach Hanau. In der August-Schärttner-Halle waren drei unserer Athleten am Start:

  • Hans Werner Hagedorn (M 70), Hochsprung
  • Marko Seeg (M50), 60m Hürden, Kugel, Hoch- und Weitsprung
  • Moritz Ernst (M35), 60 und 200m
Die drei Musketiere

Marko hat sich schon seit zwei Jahren auf das Jahr 2019 gefreut, weil er nun der M50 angehört und endlich über etwas niedrigere Hürden laufen und vor allem eine 1kg leichtere Kugel stoßen darf.

10.30 Uhr, erste Disziplin, 60m Hürden. Seit Tagen war Marko schon etwas aufgeregt und besorgt, da dies nach über 30 Jahren sein erster Hürdenwettkampf über die Original-Hürdenhöhen und -abstände sein sollte. Marko kam sehr gut aus dem Startblock und führte bis zur zweiten Hürde, musste dann aber seinen Konkurrenten, der im Dreierrhythmus je einen Schritt weniger pro Hürde machte, ziehen lassen. „Keine Ahnung, ob die Zeit von 10,64 gut oder schlecht ist“, resümierte Marko. „Ich habe ja keine persönlichen Vergleichswerte. Hauptsache, ich bin unverletzt durchgekommen. Und fügte augenzwinkernd hinzu: „Vielleicht trainiere ich das nächste Mal vorher und versuche, mir noch einmal den Dreierrhythmus anzueignen.“

„Oops, hatte ich ja ganz vergessen, dass meine Spikes
kaputt sind! – Kein Problem mit ein wenig Klebeband…“

11.30 Uhr. Laut Zeitplan sollte der Hochsprung beginnen. Aber der Zeitplan war schon jetzt obsolet. So kam es, dass der Hochsprung um 12.30h begann, zur selben Zeit wie der Kugelstoß. Genau das wollte Marko nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr vermeiden, als sich der Stabhochsprung erst mit Hochsprung und dann mit Kugel überschnitten hatte. Abmelden beim Kampfgericht, rüberrennen, Schuhe wechseln, dort anmelden, und das mehrmals hin und her. So kann sich ein Athlet nicht wirklich auf eine Disziplin konzentrieren. Entsprechend verlief das Einstoßen. Nicht eine Kugel wurde sauber getroffen. Und Marko hatte so gehofft nach den im Vorjahr sowie in Bad Nauheim beim Zehnkampf nicht mehr erreichten 10 Metern nun mit der etwas leichteren Kugel diese Weite doch wieder zu erreichen. Dann Wettkampfbeginn. Erster Stoß technisch sauber: 10,44m. Ziel erreicht. Marko überlegte, ob er sich vom Kugelstoß abmeldet, um sich ganz auf den Hochsprung konzentrieren zu können. Doch da dort zu diesem Zeitpunkt noch recht niedrige Höhen auflagen, machte er weiter. Zweiter Stoß: 11,09m. Ein Jubelschrei ging durch die Halle. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal über 11 Meter stoße!“, freute sich Marko. Es folgten noch Stöße von 11,33m und 11,41m. „Allein dafür hat sich die Anreise schon gelohnt.“

Mit dieser Euphorie im Rücken ging Marko dann zum Hochsprung hinüber, wo er sich nach 1,45m im Vorjahr und 1,50m in Bad Nauheim über tolle 1,54m freute, die auch zum Hessenmeistertitel reichten.

14.30 Uhr. Marko hatte sich zum dritten Mal an diesem Tag aufgewärmt und psychisch auf den Weitsprung eingestellt, da hieß es erneut: „Wir sind nicht im Zeitplan. Es geht erst in 40 Minuten los.“ 20 Minuten später, Marko war wieder abgekühlt, sollte der Wettkampf dann überraschend beginnen. Es gab nur einen Mitstreiter in der Altersklasse, etwa auf Markos Niveau und es versprach ein spannender Wettkampf zu werden. Der zweite Titel war zum Greifen nah. Marko peilte insgeheim die 5,50m an. Erster Sprung Marko: 5,03m. Sein Kontrahent: 5,05m. Zweiter Sprung Marko: 5.17m. Sein Gegner: 5,20m. Leider verletzte sich Marko beim zweiten Sprung. (Das passiert, wenn man unaufgewärmt in den Wettkampf geht.) Marko setzte einen Sprung aus, dann noch einen, massierte, bemühte die Blackroll, lockerte, machte vorsichtige Probeläufe, dann war klar: Es hatte keinen Sinn weiterzumachen und sich noch mehr zu verletzen. Sein Kontrahent gewann mit 5,21m.

So ist Marko von diesen Meisterschaften mit zwei lachenden Augen und einem weinenden Auge nach Hause gefahren.

Hans Werner, der im Sommer starke 1,35m gesprungen war, blieb bis zur Höhe von 1,27m ohne Abwurf. Die 1,30m, die zum Titel gereicht hätten, wollten dann leider nicht gelingen. So blieb es für Hans Werner am Ende beim 2. Platz im Hochsprung der M70.

Nach langer Wettkampfpause standen für Moritz zwei Sprintdisziplinen auf dem Programm. Die 60m brachten mäßige aber der Fitness entsprechende 8,38s (3. Platz M35), die 200m erfreulichere 26,72s (Hessenmeister M35).