Darmstadt bot dieses Jahr die Bühne für die ersten großen Hessischen Meisterschaften: Für die Aktiven und die U16 ging es um Landestitel, Normen und gute Leistungen. Mit dabei: eine bunt gemischte Gruppe VfLer.
Los ging es schon am Freitagabend für Konrad Rothmann, der seinen Schwerpunkt immer mehr auf den Stabhochsprung legt. In der U20 maß er sich in einem hochwertigen Wettkampf mit Hessens besten Stabhochspringern. Dass der Blick dabei durchaus in Richtung einer Medaille gehen durfte, versprach schon die Meldeliste. Im Wettkampf zeigte Konrad dann eine tolle Leistung: 4,00m im ersten Versuch, die bisherige Bestleistung von 4,10m ebenfalls direkt im ersten Versuch. Für die erste neue Bestleistung des Tages von 4,20m brauchte er dann zwar alle drei Versuche, konnte anschließend aber auch noch 4,30m und 4,40m überspringen, seine Bestleistung um volle 30cm steigern und sich die Bronzemedaille sichern.
Am frühen Samstagmorgen begann der volle Wettkampftag mit dem Weitsprung der Frauen. Hier schon der erste Grund zur Freude: Gleich drei Damen von uns waren am Start. Ein Dank dafür gebührt Volker, der dafür sorgt, dass auch unsere Aktiven wieder regelmäßig in den Genuss von Sprungtraining kommen. Bei Anna-Lena Böhle lief im Wettkampf dann leider wenig zusammen: Probleme im Anlauf ließen sie konsequent weit vor dem Brett abspringen, sodass 4,73m bei Weitem nicht das sind, was sie sich erhofft hatte. Bei Lucy Gesell lief es etwas besser: Auch sie sprang konsequent minimal vor dem Brett ab, zeigte aber technisch gute Sprünge. Der beste Versuch: 4,81m in einer konstanten Serie. Den letzten Schritt auf dem Brett zu platzieren – das, was Anna und Lucy heute verzweifeln ließ – gelang Friederike Altmann im dritten Versuch zum genau richtigen Zeitpunkt: 5,15m bedeuteten zwischenzeitlich Rang vier und den Einzug in den Endkampf. Dort gelang ihr im vorletzten Versuch noch einmal ein starker Sprung, der mit 5,27m auch am weitesten gemessen wurde. Am Ende bedeutet das einen starken fünften Platz.
Auf der Bahn machte heute Aaron Stübner den Anfang. Über die 100m wollte er nach einem durchwachsenen Mehrkampf vor zwei Wochen zeigen, dass die Form eigentlich da ist. Das gelang ihm dann auch: 12,35sec sind eine deutliche Steigerung seiner Bestleistung und hätten ihm sogar einen Platz im Finale gesichert. Darauf verzichtete er jedoch wegen leichter muskulärer Probleme und mit Blick auf die morgen anstehenden Wettkämpfe. Über 800m war dann Oskar Visekruna am Start. Die Meldeliste versprach ein enges Rennen: Drei Jungs lagen innerhalb von gut einer Sekunde, darunter Oskar auf Platz drei. Entsprechend auch der Plan: erst einmal mitlaufen und auf der zweiten Runde einen Angriff wagen. Das Rennen verlief dann etwas anders als geplant: Hektisch und unrhythmisch ging es auf den ersten 600m zur Sache. Erst weit hinten, dann in aussichtsreicher Position, dann wieder weit hinten ging Oskar als Teil einer größeren Spitzengruppe auf die letzten 200m. Dort zeigte er dann aber eine beeindruckende Leistung und sicherte sich mit einer tollen Zielgeraden den Titel in der M14. Dass dabei in 2:12,89min auch noch eine Bestleistung herausspringt, gerät fast in den Hintergrund.

Unsere beiden Langsprinter Michael Boseck und Robin Velte hatten sich zum Ziel gesetzt, in Richtung ihrer PBs zu laufen. Im ersten Lauf war Michael am Start: Er zeigte ein gutes Rennen, fand schnell seinen Rhythmus und darf sich am Ende über 53,98sec freuen. Zwar nicht ganz die erhoffte PB – aber dennoch so schnell wie noch nie im blauen Dress. Robin hatte in der zweiten Kurve etwas mit einer Windböe zu kämpfen, die ihm nicht nur wertvolle Geschwindigkeit raubte, sondern ihn auch aus dem Rhythmus brachte. So konnte er leider nicht seine gewohnt starke Zielgerade zeigen und muss sich mit 51,46sec zufrieden geben.
Den Tag beendeten dann wieder unsere Frauen: Die drei Weitspringerinnen holten sich Verstärkung durch Katharine Krichbaum, für die es zugleich die Premiere für den VfL war. Wie auch zuletzt eröffnete Friederike das Rennen und konnte den Stab sicher auf Anna übergeben. Der Wechsel auf Lucy gelang ebenfalls gut, während der letzte Wechsel auf Katharina zwar ebenfalls funktionierte, aber noch Potenzial hat. Am Ende steht mit 52,09sec eine kleine Steigerung gegenüber den letzten Rennen zu Buche. Das bedeutet wie schon im vergangenen Jahr Platz sieben.
Medaillen für Konrad und Oskar, gute Auftritte von Aaron, Friederike und der Staffel – Darmstadt war für uns am ersten Tag kein schlechtes Pflaster! (Text: Jakob, Bilder: Clemens)