Schweriner Seentrail – solider Saisoneinstieg für die Möllerbrüder

Dass man fürs Trailrunning keine Berge braucht, zeigt seit zehn Jahren das Team vom Seentrail in Schwerin: Die Summe von nicht einmal dreihundert Metern Anstieg auf der Kleinen Seenrunde mit einer Länge von 33km ist verglichen mit vielen anderen Trailrennen zu vernachlässigen. Dass die Strecke dann auch nur zu etwa der Hälfte über Trails und zur Hälfte über Asphalt führt, ist eine besondere Herausforderung, der sich die Möllerbrüder zum Saisoneinstieg stellen wollten.

Während Clemens eine nahezu optimale Vorbereitung hatte, kämpfte Jakob ein bisschen mit einer Erkältung und den Nachwehen einer Überlastungserscheinung aus dem Trainingslager über den Jahreswechsel. Entsprechend auch sehr unterschiedliche Herangehensweisen: Clemens hatte es durchaus auf eine Platzierung weit vorne abgesehen, während Jakob das Rennen mehr als Standortbestimmung und Vorbereitung für den Rureifel-Trail in vier Wochen anging. So wundert es nicht, dass Clemens sich direkt in der Spitzengruppe einsortierte, während Jakob es ein paar Plätze weiter hinten ruhiger angehen ließ.

Bild: Veranstalter

Dass es für ganz vorne nicht reichen würde, war bei Clemens recht schnell klar: Der spätere Sieger Hannes Kuntermann setzte sich früh ab, und Clemens war mit dem Vorjahreszweiten Robin Zehner unterwegs. Auf einem langen Trailstück im mittleren Renndrittel wechselten die beiden sich ab und konnten so gemeinsam auf das letzte Renndrittel gehen.

Jakob war zu diesem Zeitpunkt schon länger alleine unterwegs: Ein bisschen schneller als geplant genoss er das Laufen auf den flachen Trails. Als es dann auch für ihn auf das letzte Drittel und damit auf weitläufige Radwege ging, erblickte er recht weit vor sich einen Konkurrenten und lief die Lücke langsam zu. Dabei zog er das Tempo noch einmal deutlich an, was sich auf dem letzten Stück rächen sollte: Schwere Beine und Seitenstiche machten es ihm unmöglich, das Tempo beizubehalten – den gerade erst eingeholten Konkurrenten immer an seinen Fersen. Erst im Zielsprint schafften es beide noch einmal, Kräfte zu mobilisieren, und Jakob konnte sich mit einer Sekunde Vorsprung den Platz 6 sichern.

Für Clemens kam der Wendepunkt im Rennen schon etwas früher: Direkt nach dem längeren Trailstück riss Robin eine Lücke, die Clemens fortan nicht mehr schließen konnte. Dennoch machte er auch danach ein gutes Rennen, lief ein konstantes Tempo und kam auf den letzten Trailstücken gut zurecht. Am Ende gibt es für ihn die Bronzemedaille mit rund drei Minuten Rückstand auf Platz 2 und etwa zehn Minuten Vorsprung auf Platz 4.

Auch wenn nicht alles ganz planmäßig lief, sind die beiden am Ende zufrieden: ein schönes Trailrennen zum Saisoneinstieg, solide Leistungen und zwei Platzierungen, die sich sehen lassen können! (Text: Jakob)

Ergebnisse gibt es hier