Sieben Strecken zwischen 17 km und 164 km, rund 5000 Läufer*innen, alle Strecken gespickt mit reichlich Höhenmetern und anspruchsvollen Trails – das ist Deutschlands größte Trailrunning-Veranstaltung: der Zugspitz-Ultratrail in Garmisch-Partenkirchen. Dieses Jahr wollten zwei VfLer zeigen, dass alpine Trails sich auch mit Training im mittelhessischen Bergland meistern lassen: Jakob nahm den Garmisch-Partenkirchen-Trail über rund 29 km mit etwa 1500 hm in Angriff, Johannes wagte sich an den Leutasch-Trail über 68 km und etwa 2900 hm.
Die Tage vor dem Rennen zeichnete es sich schon ab, und am Rennmorgen war es Gewissheit: Neben der Strecke würde die Hitze die größte Herausforderung werden – rund 30 ° zeigte das Thermometer an. Dennoch ging Jakob das Rennen selbstbewusst an und zeigte im langen Uphill seine Stärke: Position für Position machte er gut, fand seinen Rhythmus und ließ sich von der Stimmung an Teilen der Strecke mitreißen. Aber schon auf den letzten Kilometern in Richtung Gipfel musste er erkennen, dass das schnelle Tempo zu Beginn und die Hitze ihm zu schaffen machten. Oben angekommen kam dann das anspruchsvollste Stück: ein technischer Downhill, in dem Jakob direkt wieder einige Plätze verlor. Auch wenn es danach wieder einfacher wurde, wurde es für Jakob immer härter: zwei Stürze, Magenprobleme, kein Flow im Downhill … für ihn ging es nur noch darum, irgendwie ins Ziel zu kommen. Nach 3:23 h erreichte er das dann auch – deutlich langsamer, als er sich erhofft hatte, aber angesichts der Umstände dennoch nicht völlig unzufrieden. Klar ist aber auch: Hier ist eine Rechnung offen geblieben, die irgendwann in den kommenden Jahren beglichen werden wird!

Am nächsten Tag ging es dann für Johannes auf die mehr als doppelt so lange Strecke. Nach einer kleinen Erkältung im Vorfeld war für ihn der erste große Erfolg schon, an der Startlinie zu stehen. Vom Start weg lief es dann aber erstmal richtig gut, und bis Kilometer 20 machte Johannes ein tadelloses Rennen. Von da an begleitete ihn Jakob dann für einige Kilometer und wurde Zeuge eines schrittweisen Verfalls: War es zu Beginn auch in leichten Anstiegen noch ein flüssiger Laufschritt, wurde es mit zunehmender Renndauer immer weniger Laufen und mehr Hiken. Dazu kamen auch bei Johannes bald Magenprobleme und irgendwann die Zweifel, ob er es überhaupt ins Ziel nach Garmisch schaffen würde. Mit einer unheimlichen Willensleistung und ganz viel Leiden schaffte er es auf den letzten Gipfel (und darf sich rückblickend „glücklich“ schätzen – nachfolgenden Läufern wurde die Strecke wegen eines aufziehenden Gewitters gekürzt). Im Downhill schaffte er es dann nochmal, in einen Laufschritt zu kommen und so langsam, aber beständig in Richtung Garmisch zu gelangen. Das dortige Ziel erreichte er nach 9:45 h. Johannes darf unglaublich stolz sein, allen Widrigkeiten zum Trotz diesen Lauf gefinisht zu haben – viele andere hätten im letzten Anstieg die Segel gestrichen!
Am Ende also zwei gefinishte Rennen an der Zugspitze, zweimal viel Kampf auf der Strecke – aber auch zweimal die Einsicht, dass diese Veranstaltung etwas ganz Besonderes ist und die Fahrt in Deutschlands Süden allemal wert war! (Text: Jakob)
