Drei Läufer, drei Ausgangssituationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Jan-Christoph Scholz mit der deutlichen PB über 800m aus Pfungstadt im Rücken über 1500m am Start, Laurenz Christian Steiß in Vorbereitung auf die anstehenden Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften auf der gleichen Strecke und Damian Napoli weiterhin auf der Jagd nach einer schnellen Zeit über 5000m.
Im schnellsten Lauf über die knapp vier Runden war alles für schnelle Zeiten angerichtet: Ein Tempomacher in Richtung 4:00min, angenehme Temperaturen und kaum Wind. Laurenz hängte sich vom Start weg an Position drei, nach 400m hatte das Trio aber bereits eine kleine Hypothek von zwei Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt hing auch Jan noch in diesem Windschatten, musste aber etwa zur Rennhälfte erkennen, dass es heute nicht sein Tag werden würde. Auf der zweiten Hälfte fehlten ihm die Spitzigkeit und Tempohärte, sodass das Ergebnis von knapp über 4:14min nicht das ist, was er sich erhofft hatte.

Anders bei Laurenz: 1000m in 2:42min und nach dem Ausstieg des Tempomachers direkt hinter dem Führenden eröffneten alle Optionen. Mit noch 400m zu laufenden Metern eröffnete Laurenz den Endspurt, konnte seinen Konkurrenten aber nicht überholen. So wurden die letzten 300m nicht nur wegen müder werdender Beine, sondern auch mental zu einer echten Herausforderung: Der Sieg schien nicht mehr erreichbar, von hinten drohte keine Gefahr mehr. Am Ende steht in 4:03,34min eine kleine neue Bestzeit. Zu hundert Prozent zufrieden ist Laurenz aber dennoch nicht, fehlen doch gerade einmal 0,13sec zur DM-Norm. Eigentlich spielt das keine große Rolle, weil Laurenz über die doppelt so lange Strecke ohnehin in Wattenscheid am Start sein wird. Dennoch wäre die Norm natürlich ein willkommenes Upgrade gewesen.
Für Damian ging es nach dem guten Rennen beim Lightning 10000 darum, die Schwäche im Mittelteil des Rennens vergessen zu machen und die PB möglichst deutlich zu steigern. Laurenz war hier erneut als Pacemaker im Einsatz und führte das Rennen in Richtung 17:30min an, was fast das gesamte Feld zu Beginn dankbar annahm. Auch Damian war bis zur 3000m-Marke Teil der Gruppe, musste dann aber abreißen lassen und verlor Sekunde um Sekunde. Wie schon in Stadtallendorf hatte er Probleme mit Seitenstichen, kämpfte sich aber bis zum Schluss alleine laufend Runde um Runde dem Ziel entgegen. Am Ende steht ein Ergebnis ähnlich wie bei Laurenz: 17:48,30min bedeuten eine kleine Steigerung der Bestzeit. Einerseits ist Damian damit natürlich zufrieden, andererseits hätte es gerne noch etwas deutlicher nach vorne gehen dürfen.
Für Jan und Damian neigt sich die Saison nun stark dem Ende entgegen. Lediglich die Staffel beim heimischen Nachtmarathon steht noch auf dem Programm, bevor im Sommer wieder der volle Fokus auf dem Training liegt. Bei Laurenz warten mit den Süddeutschen Meisterschaften, der Staffel beim Nachtmarathon und den Deutschen Meisterschaften noch einige echte Highlights, bevor er sich im August in Richtung Amerika verabschiedet. (Text: Jakob, Bilder: Jan und Damian)








