Sprint, Staffel, Weitsprung, Diskus und Speerwurf Mitte September bei gutem Wetter ‒ die perfekte Gelegenheit, um zum Ende der Saison persönliche Bestleistungen aufzustellen und in den Bestenlisten Plätze gut zumachen. Schnelle Zeiten im Sprint waren fest eingeplant und unsere U14-Staffel der Jungs wollte die letzte Chance nutzen, um den bisher knapp verpassten 4x75m-Hessenrekord zu knacken, bevor es in der kommenden Sommersaison auf die 4x100m der U16 geht.
Doch das Schicksal hatte andere Pläne: Aufgrund höherer Gewalt beim Veranstalter gab es keine bestenlistenfähige Zeitmessung, und so planten wir kurzfristig um und stürzten uns ganz auf den Weitsprung, auf Diskus und Speer. Kein einfaches Unterfangen, auch für den Veranstalter und die Kampfrichter, wenn plötzlich dutzende Athleten werfen statt sprinten wollen.
Für uns ging es los mit dem Weitsprung. War die Disziplin im Laufe der Saison noch unser Sorgenkind, zeigte sich jetzt bei vielen Athleten das gute Training der letzten Monate. Sie konnten ihre persönlichen Bestleistungen teilweise deutlich verbessern. Dass sehr weite Sprünge in ihm stecken, zeigte vor allem Noah Heinbach (M13) mit geradezug lockeren 4,71 Metern.
Überrascht von der spontanen Umplanung vom Sprint zum Wurf, nahmen einige unserer Athleten den Diskus auf dem Weg in den Ring das erste Mal in die Hand: Einfach mal machen, ohne große Vorbereitung, ohne Erwartungen, das gelang fantastisch. Viele Athlten, die sich sonst nie für Diskus angemeldet hätten, warfen sehr ordentliche Weiten. Bei einigen war die Vorbereitung aus der U10-Kinderleichtathletik zu sehen: wer den Drehwurf aus der „KiLa“ kannte, warf direkt aus der normalerweise schwer zu erlernenden vollen Drehung. Eine deutliche Steigerung gelang unserem Diskuswurf-Ass, Johannes Schick (M13), mit starken 33,82 Metern. Leider landeten seine schönsten Würfe im Netz, sonst wäre noch mehr drin gewesen.
Großes Highlight des Tages war der Speerwurf. Wir können stolz darauf sein, dass so viele Jugendliche bei uns den Speer beherrschen. Es zeigt sich, dass bei uns schon in der U14 und teilweise sogar in der U12 oft Speer statt Ball geworfen wird. Etliche Athleten, die gute Weiten aus langem Anlauf werfen – das ist nicht die Regel.
Ums Ganze ging es bei unseren besten U14-Speerwerfern. Der inoffizielle Titel des besten Speerwerfers ist bei uns hart umkämpft. Gleich fünf Athleten hatten schon über 30 Meter geworfen ‒ in Führung mit nur zwölf Zentimeter Vorsprung: Abraham Sow zehn Zentimeter vor Florian Erb, widerum 30 Zentimeter dahinter Johannes Schick und weitere 25 Zentimeter dahinter Frieda Krause. Tobias Rosen hatte schon im vergangenen Jahr einen fantastischen Wurf auf fast 31 Meter gezeigt, dieses Jahr jedoch noch keinen Speerwurf-Wettkampf bestritten. Der Ausgang war also komplett offen. Nur Abraham musste leider krankheitsbedingt passen.
Direkt im ersten Wurf setzte Tobias mit fast 34,50 Metern ein Ausrufezeichen, knapp dahinter Florian noch mit verkürztem „Sicherheitsanlauf“. Im zweiten Versuch ging Florian dann ins Risiko und schleuderte den 400g-Speer aus langem und schnellen Anlauf auf starke 37,00 Meter. Dahinter nun Johannes Schick mit über 35 Metern. Frieda konnte sich nach änfanglichen und guten 31 Metern zunächst nicht weiter steigern.
Im vierten Versuch fand Johannes so richtig in den Wettkampf und setzte sich mit fast 37,50 Metern in Führung. Bei Tobias stieg der Frust und es schien nichts mehr zusammenzupassen. Bis zum letzten Versuch, Tobi lief sehr schnell an, legte alles in den Wurf, traf den Speer perfekt und sich nur ganz knapp vor der Linie abfangen: 39,65 Meter und damit nicht nur Platz 1 im Verein, sondern auch in der Hessischen Bestenliste! Auch Frieda gelang im letzten Versuch ein Befreiungsschlag: 32,22 Meter, persönliche Bestleistung und Platz 2 bei den Mädchen in Hessen.

Ein schöner Abschluss der Sommersaison ‒ nur für eine handvoll Athleten steht in zwei Wochen noch ein Höhepunkt auf dem Programm: Sieben-/Neunkampf in Flieden. (Text: Moritz)
Ergebnisse hier.









